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From Australian Brewing to Carnia: A Carinthian Beer Journey

From Australian Brewing to Carnia: A Carinthian Beer Journey

2026-01-10 14:02:00

Zwischen 2005 und 2006 verbrachten Arianna Matiz und ihr Mann Luca Dalla Torre ein Jahr in Australien und entdeckten eine neue, gemeinsame Leidenschaft. „Dort haben wir angefangen, uns für Bier zu begeistern. Davor haben wir es nicht so häufig getrunken. In Australien hingegen ist Bier das typische Getränk und wir hatten uns in ein Bier verliebt, das Cooper, ein typisch australisches Bier“, erinnert sich Arianna Matiz.

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Australisches Cooper-Bier

Erste Selbstbrauversuche scheiterten

Weil damals Bier vom anderen Ende der Welt hierzulande noch nicht so leicht erhältlich war, nahmen sie bei ihrer Rückkehr nach Friaul ein Kit mit, um zu Hause ihr eigenes Bier zu brauen. Die ersten Versuche waren von wenig Erfolg gekrönt, doch Luca Dalla Torre wollte nicht aufgeben, absolvierte Kurse und machte sich in der Homebrewer-Szene einen Namen. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er noch als Verkäufer in einem Baumarkt, während seine Frau im örtlichen Tourismusbüro in Sutrio tätig war.

Arianna Matiz

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Arianna Matiz

Pandemie brachte Zeit zum Tüfteln

Als sich 2019 die Gelegenheit ergab, im Ort ein ehemaliges Möbelhaus umzugestalten, hängten die beiden ihre Berufe an den Nagel, um ihren Traum von einer kleinen Brauerei Wirklichkeit werden zu lassen.

SSC Weltcup Tarvis und Bierbrauer

Bier selbst zu brauen wird auch in Friaul immer beliebter. Ein Pärchen aus Sutrio entdeckte seine Leidenschaft dafür ausgerechnet in Australien und entschloss sich dazu, in der Bergregion Carnia eine kleine Privatbrauerei zu eröffnen.

Am Valentinstag 2020 brauten sie dort gemeinsam ihr erstes Bier. Doch anstatt es unter die Leute bringen und bekannter werden lassen zu können, folgte die Pandemie. Die beiden nutzten die damit verbundenen Lockdowns dazu, weitere Praxiserfahrungen zu sammeln und im Kleinen ihre Biere zu verbessern.

Geruchskontrolle

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Geruchskontrolle

Name mit zwei Bedeutungen

Der Name war rasch gefunden: Er steht einerseits für das umgangssprachliche Füllwort „Bon dai“, das von den Bewohnern Carniens sehr häufig verwendet wird. Übersetzt heißt es so viel wie „Ok, komm schon“.

Er wird zwar Bondi geschrieben, aber ebenfalls „Bondai“ ausgesprochen – jener Stadtteil in Sydney, wo für die beiden Privatbrauereibesitzer alles begann. „Der Name steht also für die Verbindung mit Australien, wo unsere Leidenschaft entstand, aber auch dafür, dass wir stark in dem Gebiet verwurzelt sind, wo wir leben“, so Arianna Matiz.

Bierbrau-Halle

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Genauigkeit beim Brauen gefragt

Luca Dalla Torre sagt, das Bierbrauen sei ein ziemlich komplexer Prozess: „Im Grunde ist es nicht schwierig, es gibt nur einfach viele Details, auf die man achten muss. Beim Mahlen, beim Maischen, beim Kochen und dann bei der Gärung muss man immer sehr präzise sein.“

Sein Ziel ist es, vor allem Biere mit einem geringen Alkoholgehalt herzustellen. Zwei Biere im Sortiment erreichen acht Grad, alle anderen liegen zwischen 4,5 und fünf Grad. „Sie sollen leicht genießbar sein, aber dennoch Charakter und eine eigene Persönlichkeit haben.“

Craftbiere: Nicht gefiltert und nicht pasteurisiert

Im Vergleich zu industriell hergestellten Bieren ist der große Unterschied zu Craft-Bieren, dass diese nicht pasteurisiert und ungefiltert sind. Dadurch ist ihre Haltbarkeit begrenzt. „Es ist als würde man ein Glas pasteurisierte und ein Glas frisch gemolkene Milch vergleichen. Der Unterschied ist enorm. Bei Bier ist es dasselbe, denn alle organoleptischen Eigenschaften bleiben erhalten, wenn man nicht pasteurisiert und nicht filtert, sodass das Bier geschmackvoller und auch viel authentischer ist, wenn man so will.“ Die organoleptischen Eigenschaften der Inhaltsstoffe prägen Farbe, Geruch, Geschmack, Textur und Aussehen eines Bieres.

Biertank wird gefallen

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Tannennadeln verleihen harzige Note

Der Braumeister experimentiert gerne und so kommen manchmal auch ungewöhnliche Zutaten in die Kessel, im Frühjahr zum Beispiel Tannennadeln aus den umliegenden Wäldern. „Arianna und ich sammeln sie händisch ein und wir produzieren daraus nur einmal im Jahr Bier. Normalerweise wird das in den Vereinigten Staaten so gemacht. Es ist ein sehr frisches, klares Leichtbier mit einer harzigen Note.“

Rauchbier als persönlicher Favorit

Sein selbstgebrautes Rauchbier zählt zu den persönlichen Favoriten von Luca. Geräuchertes Malz gilt als Geschmacksträger: „Sobald ich dieses Malz in der Produktionsphase verwende, bleiben all diese Raucharomen, wie von Speck und Provola-Käse, im Bier.“

Ein Feierabend-Bier in Ehren, aber obwohl Luca Dalla Torre auch bei der Arbeit tagein tagaus von Bieren umgeben ist, lässt ihn dennoch nicht überdrüssig werden: „Es sind zwar meistens die gleichen Biere zu machen, daher kann es manchmal auch monoton sein. Aber ich habe Spaß, ich mag, was ich tue und bin zufrieden. Wir haben auch auf nationaler Ebene schon Erfolge erzielt und sind anerkannt.“

Luca Dalla Torre

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Luca Dalla Torre

Arbeit von Randregion aus kein Hindernis

Den Schritt in die Selbstständigkeit bereuten die beiden nie, auch wenn er mit einem Risiko verbunden war. Dass sie sich nicht in einer großen Stadt angesiedelt hatten, sei letztendlich ein Vorteil, sagt Arianna Matiz: „In abgelegeneren Regionen wird meiner Erfahrung nach das Risiko in gewisser Weise auch belohnt. Die Leute hier im Ort halten zusammen und ziehen an einem Strang. Besonders am Anfang, während der Covid-Zeit, haben viele bei uns eingekauft und uns auch moralisch unterstützt.“

In Italien gibt es rund tausend kleinere Brauereien. Das Einzugsgebiet potenzieller Kunden, aber auch die Konkurrenz wäre gerade in größeren Städten viel deutlicher spürbar. 60.000 Liter Bier in zwölf unterschiedlichen Varianten braut Luca Dalla Torre pro Jahr. Die Kunden kommen mittlerweile auch aus anderen Regionen Italiens.

Bierzapfhähne

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Etiketten erzählen persönliche Geschichten

Hinter jedem Etikett aus dem Hause „Bondai“ steht eine eigene Geschichte. Ein von ihrem Sohn als Vierjähriger gezeichnetes Monster steht für eine davon: „Luca hat diese Zeichnung aufbewahrt, weil sie ihm sehr gut gefallen hatte. Er sagte, wenn wir eines Tages eine Brauerei haben, würde dies ein Etikett sein. Es hat also einen familiären Bezug.“ Die beiden lassen sich aber auch von Filmen oder Musik inspirieren: „Alles, was mit der Art und Weise verbunden ist, wie wir die Welt sehen.“

Grafiken für Etiketten

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Die rechte Grafik wurde vom Sohn der Familie entworfen

Neue Sorten in Arbeit

Zwei bis drei Mal pro Jahr wagt sich Luca Dalla Torre an neue Kreationen heran, indem er bestehende Rezepturen verändert oder ganz neue Stile ausprobiert.

Noch im Jänner will er eine neue Mischung auf den Markt bringen und für die Herstellung eine neue Hefe ausprobieren. Mehr verrät er noch nicht. Im Mai feiert die Privatbrauerei in Sutrio ihr sechstes Bestandsjahr und auch zu diesem Anlass soll ein Jubiläumsbier entstehen.

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