2026-01-14 19:36:00
Über Jahrzehnte setzte Apple auf das Know-How spezialisierter Prozessorhersteller: Motorola, IBM und später Intel lieferten die CPUs für Mac-Rechner. Erst mit dem iPhone begann Apple, sich für die Entwicklung eigener Chips zu interessieren. Das Engagement war nachhaltig: Seit Ende 2020 setzt Apple bei jeder Hardware-Kategorie auf eigene Chips. Doch selbst herstellen kann der kalifornische Konzern die zentralen Halbleiter bis heute nicht, sondern setzt auf die Zusammenarbeit mit Auftragsfertigern wie TSMC. Wie dies zustande kam und wie sich diese Kooperation in den vergangenen zwei Jahren veränderte, beschreibt ein Bericht von Semianalysis, eines auf Chipproduktion spezialisierten Analysten.
Die Analyse führt die Entwicklung auf eine Entscheidung zurück, welche Steve Jobs im Jahr 2008 traf: Apple sollte mittelfristig eigene Chips für die eigene Smnartphone-Sparte entwickeln. Dafür übernahm der Konzern den Chipdesigner P.A. Semi für 278 Mio. US-Dollar. Eine weitere wichtige Entscheidung fiel im Jahr 2013 – in diesem Jahr vereinbarten TSMC und Apple eine strategische Partnerschaft. Diese sollte für das nächste Jahrzehnt das Schicksal beider Unternehmen im positiven Sinne bestimmen.
Apple als “Anchor Tenant”
Für TSMC stellten die hohen Kosten bei der Etablierung neuer Produktionsweisen eine Herausforderung dar: Der Wechsel auf die damals anstehende 20-nm-Produktionsform erforderte den Neubau einer kompletten Herstellungsanlage – ein großes Risiko. Das Abkommen mit Apple erleichterte dem Chip-Fertiger die Entscheidung. Apple beteiligte sich an den Kosten für die Werkserstellung und Erprobung der Produktionslinien und bekam dafür eine privilegierte Rolle beim Buchen von Produktionskapazitäten. Außerdem wurden Apples Anforderungen bereits bei der Anlagenplanung berücksichtigt. Innerhalb von vier Jahren stieg Apple so zum Hauptkunden auf: Seit 2017 macht TSMC durchgehend mehr als 20 Prozent des Umsatzes mit Chips für iPhones, iPads, Apple Watches und schließlich auch Macs.
Umsatz steigt, Anteil fällt
Die Geldmenge, welche Apple für Halbleiterproduktion bei TSMC ausgibt, stieg auch in den letzten beiden Jahren deutlich an – im Jahr 2024 waren es knapp 24. Mrd. Dollar. Seit 2024 ist jedoch Apples prozentuale Umsatzanteil rückläufig. Das liegt daran, dass beispielsweise Nvidia ein ähnlich hohes Bestellvolumen aufweist. Zwischenzeitlich machte das Geschäft mit Apple-Chips mehr als ein Viertel des TSMC-Umsatzes aus. Die Chips des Grafikkartenherstellers erweisen sich als optimal für massiv parallelisierte Berechnungen, welche für die Erzeugung und für die Nutzung von großen Sprachmodellen (LLMs) notwendig sind. Aufgrund von Investitionen seitens KI-Anbieter wie ChatGPT und dem hohen Börsenwert des Unternehmens können auch Grafikkartenhersteller mittlerweile Produktionskapazitäten vorfinanzieren und sich langfristig auf vertragliche Abnahmeverpflichtungen einlassen. Damit schwindet Apples Einfluss auf TSMC zugunsten von Nvidia et al. Doch auch Apple ist aktiv auf der Suche nach Alternativen und will zusätzliche Auftragsfertiger für die eigenen Chipdesigns gewinnen.









