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2026-01-21 23:18:00

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Hier wird auf Kompatibilität getestet: Bevor das Blut an den Patienten gehen kann muss es getestet werden. © Foto: Matthias Häusler

Die Blutreserven des DRK sind fast aufgebraucht, die Lager in Kassel noch nicht wieder aufgefüllt.

Elias Sander ist 33 Jahre alt und hat schon 15 Mal Blut gespendet. Sein Blut ist besonders wertvoll: Er hat die Blutgruppe null negativ. Damit ist er ein sogenannter Universalspender. Das heißt, sein Blut kann von Menschen mit allen Blutgruppen angenommen werden. „Ich gucke immer auf das Blutspendebarometer, da ist null negativ eigentlich immer gefragt“, erklärt er.

Mann spendet blut
Der 33-jährige Elias Sander spendet zum 15. Mal Vollblut in Kassel. Seine Blutgruppe null negativ ist gefragt. © Foto: Matthias Häusler

Blutspendbarometer: A negativ, null negativ und null positiv

Menschen wie Elias Sander sind für die Blutreserven des Deutschen Roten Kreuzes unersetzlich. „Alle Spender sind wertvoll für uns. Die höchste Nachfrage gibt es laut Blutspendebarometer bei den Blutgruppen A negativ, null negativ und null positiv“, erklärt Nora Löhlein, Sprecherin vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Hessen/Baden-Württemberg.

Blutspendetermine im Umkreis

26.01.2026 Kulturhalle Grebenstein, Sauertalsweg, Grebenstein: 15.30 – 19.45 Uhr

19.02.2026 Mittelpunktschule, Weserstraße., Calden: 16 – 19.30 Uhr

25.02.2026 Reinhardswaldhalle Gottsbüren, Trendelburg-Gottsbüren: 15.30 – 20 Uhr

Kassel
Mönchebergstraße 57, Kassel
montags, donnerstags & freitags 8 – 15 Uhr
dienstags: 11 – 19 Uhr
mittwochs: 11 – 18 Uhr

Blutspender vereinbaren ihre Spendetermine online unter blutspende.de/blutspendetermine.

Mangel an Blut so schilmm wie noch nie

Anfang vergangener Woche meldete das DRK einen Notstand der Blutreserven. „Die Reichweite von Blutkonserven liegt in Hessen bei unter zwei Tagen“, erklärte Ralf Zarberg vom DRK-Blutspendedienst.

Doch woher kam der Notstand? Laut Nora Löhlein vom DRK-Blutspendedienst liegt es an einer Aneinanderreihung unglücklicher Umstände. „Erst die Feiertage rund um Weihnachten, dann die dreiwöchigen Ferien in Hessen und dann kam erschwerend der Kälteinbruch hinzu“, erklärt Löhlein. Zusätzlich hätte die Krankheitswelle mit Grippe und anderen Infektionskrankheiten zu weiteren Einbußen von Spenden geführt.

Die Reichweite von Blutkonserven liegt in Hessen bei unter zwei Tagen

Kreiskliniken ohne Auswirkungen

Auf die Kreiskliniken hat dieser Mangel kaum Auswirkungen. „Der vom DRK geschilderte Mangel an Blutkonserven hat keinen Einfluss auf den medizinischen Betrieb in den Kreiskliniken Kassel“, heißt es auf Anfrage. Die Kliniken setzten auf sogenannte „Cell-Saver“-Geräte. „Ein Cell-Saver ist ein Gerät zur maschinellen Autotransfusion, das während einer Operation verlorengegangenes Patientenblut sammelt, aufbereitet und als Eigenbluttransfusion wieder zurückgibt“, erklärt Alia Shuhaiber vom Landkreis Kassel.

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Blutbestandteile
Die einzelnen Blutbestandteile im Blutspendezentrum in Kassel. © Foto: Matthias Häusler

Für echte Notfälle sei immer ein Depot von Blutkonserven vorhanden. Dieses Depot sei jedoch nicht von dem Mangel betroffen. Früher seien bei Operationen an der Hüfte oder dem Kniegelenk immer zwei Blutpräparate bereitgehalten worden. Mit dem Einsatz der neuen Technologie reiche heutzutage die Feststellung der Blutgruppe des Patienten.

Blut wichtig bei Krebs, Geburt und Unfällen

Die Blutpräparate sind jedoch unerlässlich für die Arbeit in größeren Kliniken. „Fast 20 Prozent der Blutpräparate werden in der Krebsbehandlung, also in den Onkologien, eingesetzt“, erklärt Löhlein. Außerdem seien sie auf den Geburtsstationen, bei Unfällen und Magen-Darm-Erkrankungen sehr wichtig. Die Situation bleibt laut Löhlein bis Ende Februar angespannt.

Der Blutspendedienst Kassel, der auch für den Landkreis zuständig ist, blickt aktuell in leere Regale. „Sonst ist das hier voll“, erklärt Teamleiter Marc Luckhart, Teamleiter des Vertriebs des Blutspendedienstes Kassel.

Blutvorräte im Kasseler Blutspendezentrum
Sonst gut gefüllt: Die Lager im Kasseler Blutspendezentrum sind fast leer. © Foto: Matthias Häusler

Welchen Weg das gespendete Blut nimmt und wie das Blutspenden funktioniert, weiß Andrea Bornmann, Oberärztin des Blutspendezentrums. „Man spendet etwa 500 Milliliter Vollblut, das wird nach Frankfurt geliefert und in seine Einzelteile getrennt“, erklärt die 43-Jährige. Die gewonnenen Bestandteile sind weiße Blutkörperchen, rote Blutkörperchen und Thrombozyten. „Das kommt dann wieder bei uns an und wird entweder für die Patienten vorbereitet oder gelagert“, erklärt Bornmann.

Bei der Lagerung ist auch die Temperatur entscheidend. Bei minus 30 Grad sei Blutplasma beispielsweise drei Jahre lang haltbar. Thrombozyten müssten bei Raumtemperatur gelagert werden und seien nicht länger als vier Tage haltbar.

Allen Menschen, die gesund sind und über 18 Jahre alt sind, können nach Auskunft von Nora Löhlein Blutspenden gehen. „Wenn man zusammen zur Spende geht und jemand Neues mitbringt, bekommt man aktuell auch ein paar Happy Socks zur Spende“, berichtet Nora Löhlein. Blut spenden sei etwas Persönliches. Blut zu spenden falle leichter, wenn man Begleitung hat. Außerdem betont Andrea Bornmann: „Mit einer Spende kann man bis zu drei Leben retten.“

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