2026-01-23 05:46:00
Mieterinnen und Mieter sind hierzulande in einer undankbaren Situation: Wohnraum ist knapp, Mietangebote gehen zurück. Und die Preise steigen immer weiter.
Frankfurt am Main – Steigende Mieten sind hierzulande in den vergangenen Jahren zu einem immer immanenteren Problem für Bürgerinnen und Bürger geworden – und der Trend setzt sich ununterbrochen fort. Auch zum Jahresende 2025 zogen die Mieten vielerorts in Deutschland nochmals kräftig an. Dies zeigt der neueste GREIX-Mietpreisindex, der jüngst vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) herausgegeben wurde.
Angebotsmieten stiegen Ende 2025 erneut deutlich
Demnach erhöhten sich die Angebotsmieten für Wohnungen in deutschen Städten im vierten Quartal 2025 gegenüber dem dritten Quartal 2025 um 1,0 Prozent, inflationsbereinigt entspricht das einem realen Anstieg von 0,7 Prozent. Im Jahresvergleich legten die Mieten im bundesweiten Durchschnitt nominal gar um ganze um 4,5 Prozent zu – inflationsbereinigt sind es 2,3 Prozent.
„Wohnungssuchende haben es aktuell schwer“, erklärt Jonas Zdrzalek, Projektleiter des GREIX am Kiel Institut für Weltwirtschaft. „Das klassische Angebot geht zurück, die Preise steigen und die Konditionen werden über immer mehr befristete Verträge oder möblierte Angebote härter.“
Zugrunde liegen dem GREIX-Index Angebotsmieten für Wohnungen aus mehreren Plattformen für 37 Städte und Regionen, darunter die 30 bevölkerungsreichsten Städte Deutschlands. Je Quartal werden mehr als 60.000 Inserate analysiert, wovon etwa 40 bis 50 Prozent auf die acht größten deutschen Städte entfallen, wie die Tagesschau hinweist.
In zehn Jahren stiegen die Mieten um 14 Prozent stärker als die Inflation
Nimmt man die jüngst veröffentlichten GREIX-Daten zu neuesten Mietpreissteigerung in Deutschland als Grundlage für einen Zehnjahresvergleich, geht daraus eine besorgniserregend Entwicklung hervor: Seit 2015 stiegen die Angebotsmieten um 14 Prozent stärker als die allgemeine Inflation.
Besonders ins Gewicht fallen Mietpreissteigerung natürlich dort, wo Wohnraum besonders umkämpft ist: in den Großstädten. In Frankfurt, Berlin, Hamburg oder München wird seit Jahren offenkundig, wie sehr mangelnder Wohnraum und steigende Mietpreise Mieterinnen und Mieter vor existenzielle Herausforderungen stellen. Und die Daten der jüngsten IfW-Auswertung schlagen genau weiter in jene Kerbe: In sieben der acht größten deutschen Städte stiegen sie im Vergleich zum vorigen Quartal deutlich.
Am stärksten ist Wohnraum in Köln mit einem Plus von 3,4 Prozent von der Steigerung betroffen, in München beträgt die Teuerung 1,9 Prozent. In Hamburg und Frankfurt lag der Mietpreiszuwachs etwa im bundesweiten Schnitt von rund einem Prozent.
In Frankfurt zahlen Mieter über 17 Euro pro Quadratmeter – in München gar mehr as 23 Euro
Nach wie vor am teuersten sind die Mietpreise dem IfW zufolge in München: Hier zahlen Mieterinnen und Mieter eine durchschnittliche Kaltmiete von 23,35 Euro pro Quadratmeter. Direkt dahinter reiht sich Frankfurt ein, hier beträgt der Quadratmeterpreis durchschnittlich 17,36 Euro. Der Schnitt liegt bei 14,41 Euro. „Bei Neuvermietungen in Großstädten dürften gerade Geringverdiener beziehungsweise Menschen in Ausbildung und Studium zunehmend an ihre Belastungsgrenze stoßen“, gibt Projektleiter Zdrzalek zu Bedenken.
Neben den Mietptreissteigerungen gehen aus der IfW-Analyse aber noch andere besorgniserregend Trends hervor: So schrumpfte die Zahl der Wohnungsinserate im vierten Quartal 2025 zum Vorjahresquartal um sieben Prozent. Im Vergleich mit 2015 gibt es laut dem GREIX-Index rund 20 Prozent weniger Angebote auf dem Wohnungsmarkt. Das sei ein Zeichen, dass Menschen mit Altverträgen ihre Wohnung halten und viele Objekte ohne Inserat vergeben würden.
Gleichzeitig stieg jedoch auch der Anteil befristeter und möblierter Mietangebote auf ein neues Rekordniveau: Bundesweit entfiel 2025 mehr als jedes sechste Inserat (17 Prozent) auf dieses Segment, so das IfW. In den acht größten Städten liege der Anteil bei fast einem Viertel, und in München sogar bei rund einem Drittel. (Quellen: IfW, Tagesschau) (fh)









