2026-01-14 18:34:00
Die USA wollen noch in diesem Monat die Vergabe von Visa an Staatsbürger von 75 Ländern stoppen. Die Maßnahme solle am 21. Januar in Kraft treten, teilte das Außenministerium in Washington mit. Zuvor hatte der Sender Fox News unter Berufung auf ein Memo des Ministeriums darüber berichtet. Betroffen wären demnach unter anderem Antragsteller aus Russland, dem Iran, dem Jemen, Afghanistan, Brasilien, Thailand, Nigeria, Ägypten und Somalia.
Der Vergabestopp soll demnach für unbestimmte Zeit gelten, bis die Prozedur überarbeitet werde. Die Maßnahme ziele vor allem darauf ab, gegen Antragsteller vorzugehen, die in den USA Sozialleistungen erhalten und die öffentlichen Finanzen dadurch belasten. Das Außenministerium werde seine Autorität nutzen, um “potenzielle
Migranten, welche (…) die Großzügigkeit des amerikanischen Volkes
ausnutzen”, von der Einreise abzuhalten, zitierte Fox News einen
Sprecher des Außenministeriums.
Touristen- und Geschäftsvisa laufen weiter
Die Behörde selbst äußerte sich ähnlich: Die Regierung beende den Missbrauch des Einwanderungssystems durch Menschen, die sich auf Kosten der USA bereichern wollten, teilte das Ministerium mit. Anträge auf Visa, etwa für Touristen und Geschäftsreisende, seien von dem Stopp nicht betroffen.
Im vergangenen November hatte Trump angekündigt, die Migration aus “Ländern der Dritten Welt permanent zu stoppen”. Laut Fox News erhielten US-Vertretungen weltweit daraufhin Anweisungen vom Außenministerium, verschärfte Prüfungsverfahren anzuwenden und Visaanträge abzulehnen, wenn die Antragsteller aus gesundheitlichen Gründen, wegen ihres Alters oder mangelnder Englischkenntnisse in den USA mutmaßlich von Sozialhilfen abhängig wären.
100.000 Visa im vergangenen Jahr annulliert
Regelungen, wonach in solchen Fällen keine Visa vergeben werden sollen, gibt es demnach schon seit Langem. Bisher hätten US-Auslandsvertretungen jedoch viel Spielraum bei der Durchsetzung der Regeln, die sie künftig laut der Anweisung aus Washington möglichst streng auslegen sollen.
Neben dem geplanten Stopp der Visavergabe werde die US-Regierung bereits vergebene Visa verstärkt aufkündigen. Am Montag teilte das Außenministerium mit, im vergangenen Jahr hätten die US-Behörden 100.000 Visa annulliert. Die Zahl sei zweieinhalbmal so hoch wie im Vorjahr. Die Annullierungen wurden mit Gesetzesverstößen seitens der Betroffenen begründet.








