2026-01-18 14:02:00
Die CES 2026 macht klar: Im Haushalt steht ein Umdenken an. Neue Geräte sollen Aufgaben übernehmen, die bisher viel Zeit, Nerven und Arbeit gekostet haben.
Putzen könnte 2026 ganz anders aussehen als bisher. (Quelle: Netzwelt)
- Auf der CES 2026 geht es bei Haushaltsgeräten weniger um reine Saugkraft, als um weniger Frust im Alltag.
- KI, Hitze und selbstreinigende Stationen sollen typische Probleme wie Treppen, Flecken und Kanten eigenständig lösen.
- Putzen soll 2026 dadurch vor allem einfacher, schneller und deutlich entspannter werden.
Auf der CES 2026 geht es bei Haushaltsgeräten längst nicht mehr nur um “noch mehr Saugkraft”. Die Hersteller wollen vor allem zwei Dinge liefern: weniger Frust im Alltag und mehr Autopilot. Dazu kommt ein dritter Trend, der sich durch fast alle Neuheiten zieht: KI soll besser erkennen, was vor dem Gerät liegt und dann automatisch die richtige Strategie wählen.
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Bei Roborock sind Treppen kein Tabu mehr
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Tineco setzt auf schnelle Sauberkeit
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Ecovacs will hartnäckigen Schmutz gezielt angehen
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Dreame setzt auf Hitze als Komfortlösung
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Eufy bringt Premium-Funktionen in die Mittelklasse
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MOVA will Stationen wartungsärmer machen
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Narwal rückt Design und Funktion näher zusammen
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Fazit
Statt einzelner Funktionen rückt damit das Gesamterlebnis im Haushalt in den Fokus. Neue Geräte sollen sich besser an Wohnungen anpassen, eigenständig Entscheidungen treffen und typische Problemzonen selbst meistern. Was das konkret bedeutet, zeigen die CES-Neuheiten von Roborock, Tineco, Dreame und Co. in unserer Übersicht.
Bei Roborock sind Treppen kein Tabu mehr
Roborock zeigt auf der CES gleich zwei Richtungen, wie Saugroboter endlich schwierige Situationen besser meisten sollen. Der Hingucker ist der Saros Rover: ein funktionsfähiger Prototyp mit Beinen, der Treppen nicht nur hochkommt, sondern die Stufen dabei auch direkt reinigen soll. Der Nutzen liegt auf der Hand: In Häusern oder Maisonette-Wohnungen wären Stufen kein Hindernis mehr. Ihr müsstet den Saugroboter nicht immer hoch und runter tragen und die Stufen zusätzlich selbst reinigen.
Für alle, die etwas Greifbareres wollen, schiebt Roborock den Saros 20 nach, der jetzt Doppelschwellen bis 8,5 Zentimeter schaffen soll. Der Roboter passt seine Höhe an, hebt Mopps auf Teppichen an und kombiniert das mit einer Station, die heiß wäscht, trocknet und automatisch entleert. Der Saros 20 soll im zweiten Quartal 2026 auf den Markt kommen. Preise und finale Daten zum Saros Rover sind allerdings noch offen. Darüber hinaus setzt der manuell bedienbare Nass- und Trockensauger mit dem Namen F25 Ace Pro auf Mikroschaum und verspricht dadurch effektivere Reinigung bei weniger Chemieeinsatz. Das Gerät ist bereits erhältlich und kostet aktuell 549 Euro.
Tineco setzt auf schnelle Sauberkeit
Tineco setzt 2026 weniger auf Roboter, sondern auf Wischsauger (zum Vergleichstest). Der Floor One i7 Fold ist dafür ein gutes Beispiel: Er ist faltbar, kommt leichter unter niedrige Möbel, wiegt nur 3,6 Kilogramm und hat laut Tineco eine Saugleistung von 22.000 Pascal (Pa). Das ist nicht spektakulär, aber im Alltag mehr als genug Power für Staub, Sand und anderer Dreck des Alltags.
Der Tineco Floor One i7 Fold kommt dank seines speziellen Designs auch problemlos in schwer zugängliche Bereiche. (Quelle: tineco)
Für stärker beanspruchte Haushalte will Tineco mit den S9-Modellen mehr Reinigung liefern, ohne dass es komplizierter wird. Der S9 Scientist bringt nicht nur LEDs mit, die Schmutz auf dem Boden besser sichtbar machen, sondern mit Hydroburst auch Wasser gezielt vor die Walze, um angetrocknete Reste vorher anzulösen, plus Drei-Seiten-Kantenreinigung für Schmutz entlang von Wänden und Möbeln. Das Topmodell S9 Artist setzt zusätzlich auf eine Station, die Pflege und Trocknung übernimmt.
Ecovacs will hartnäckigen Schmutz gezielt angehen
Ecovacs dreht bei Saugrobotern (zum Vergleichstest) vor allem am Wischen. Neu ist die weiterentwickelte OZMO ROLLER Technology 3.0 in Modellen wie dem DEEBOT T90 Pro OMNI und der X12-Familie. Die Wischrolle ist jetzt 26 Zentimeter lang und damit deutlich größer als vorher, was pro Fahrt mehr Fläche abdecken soll. Für euch heißt das vor allem weniger Fahrten und mehr Wischleistung pro Durchgang. Mit PowerBoost Charging Plus sollen die X12-Modelle bis zu 1.000 Quadratmeter in einem Durchgang reinigen können.
Der DEEBOT T90 Pro OMNI setzt auf eine neue Wischwalze und gezielte Sprühtechnik, um hartnäckige Flecken zu entfernen.
Das spannendste Feature ist aber die Sprühfunktion: Ein Sensor erkennt stark verschmutze Bereiche und behandelt sie mit zwei Hochdruck-Wasserstrahlen mit 16 Düsen vor, bevor die Rolle drübergeht. Das ist im Alltag genau für die fiesen Stellen wie eingetrocknete Flecken, Küchenreste oder Schuhabdrücke gedacht und schiebt die Kategorie näher an das heran, was Wischsauger schon länger versuchen. Preise und Starttermine nennt Ecovacs für die CES-Neuheiten allerdings noch nicht.
Dreame setzt auf Hitze als Komfortlösung
Dreame macht auf der CES 2026 klar, warum Nass- und Trockensauger gerade so boomen: ein Durchgang und weniger Wechsel zwischen Saugen, Wischen und Nacharbeiten. Der Hersteller zeigt, wie Wärme, Dampf und KI dabei helfen sollen, typische Probleme wie etwa fettige Filme auf dem Küchenboden, klebrige Flecken oder hartnäckigen Schmutz zu lösen, der sonst mehrere Runden braucht.
Konkreter wird es mit dem H15 Pro Heat (bis 85 Grad Celsius heißes Wasser) und dem H16 Pro Steam, der 200 Grad Celsius Dampf mit 90 Grad Celsius heißem Wasser als Ansatz für gründliche, chemiefreie Reinigung kombinieren soll. Zusätzlich setzen die Geräte auf Designs, die unter Möbel kommen und an Kanten besser reinigen. Noch offen bleibt, wie schnell der H16 Pro Steam in Europa landet und zu welchen Preisen.
Noch einen spannenden Schritt weiter geht Dreame mit einem Blick auf die Zukunft des gesamten Haushalts. Der Herstelller zeigt mit dem Home Laundry Robot Z1 einen Prototypen, der Waschmaschinen selbstständig be- und entlädt und damit den ungeliebten Waschalltag übernehmen soll. Bis zu einem möglichen Marktstart dürfte es allerdings noch länger dauern, denn ob und wann der Roboter in den Handel kommt, ist derzeit völlig offen.
Eufy bringt Premium-Funktionen in die Mittelklasse
Eufy nutzt die CES 2026, um sein Saugroboter-Portfolio wieder zu ordnen. Der eufy S2 startet offiziell ab Frühjahr 2026 nach Verzögerung mit sehr hoher Saugleistung von 30.000 Pa, Wischwalze, anhebbaren Bürsten und einer Station mit Heißwasser-Moppwäsche. Das zielt auf alle, die möglichst wenig selbst machen wollen. Die Station übernimmt Pflege, der Roboter soll gründlicher und stressfreier durchkommen.
Der eufy S2 setzt auf eine All-in-One-Station mit starker Saug- und Wischtechnik und ergänzt die Reinigung erstmals um Duftkapseln, die während des Putzens für ein frischeres Raumgefühl sorgen sollen. (Quelle: eufy)
Auffällig ist, wie eufy Premium-Ideen nach unten durchreicht: Der Omni C28 bringt die Wischwalzen-Technik ab knapp 599 Euro in die Mittelklasse und soll trotz niedrigerem Preis weiterhin mit Station kommen. Beim S2 kommt noch eine ungewöhnliche Spielart dazu – Duftkapseln, die während der Reinigung Geruch verteilen sollen. Damit unterstreicht eufy den Trend, Haushaltsgeräte zunehmend als Lifestyle-Produkte zu vermarkten.
MOVA will Stationen wartungsärmer machen
MOVA zeigt auf der CES 2026, wie stark sich Hersteller gerade auf die Baustelle ultraflacher Reinigung unter Möbeln stürzen. Der S70 Ultra Roller soll trotz Wischwalze nur 90 Millimeter hoch sein, dabei aber eine Hochdruck-Wischtechnik mit fließendem Wasser nutzen. Die Idee: Endlich unter niedrigen Sofas reinigen, ohne bei Wischleistung Kompromisse zu machen und gleichzeitig starke Verschmutzungen in Küche oder bei Haustieren besser lösen.
Der MOVA S70 Ultra Roller kombiniert eine ultraflache Bauweise mit Wischwalze und Heißwasser-Station, um auch unter niedrigen Möbeln gründlich reinigen zu können. (Quelle: MOVA)
Dazu kommt ein Trend, der gerade heutzutage wichtig ist: mehr Nachhaltigkeit bei Stationen. Der V70 Ultra Complete setzt auf sehr hohe Saugleistung von 40.000 Pa und Hindernis-Überwindung, dazu setzt MOVA mit EcoCycle auf einen beutellosen Staubbehälter, damit ihr nicht ständig Einwegbeutel nachkaufen müsst. Und mit dem MOBIUS 60 deutet MOVA die nächste Automatisierungsstufe an: ein System, das Mopps je nach Boden automatisch wechseln soll.
Narwal rückt Design und Funktion näher zusammen
Narwal setzt 2026 neben Technik auffällig stark auf Design, weil Dockingstationen inzwischen wie Möbelstücke im Raum stehen. Matte Glasoptik und Statusbeleuchtung sollen die Geräte wohnlicher machen. Ein echter Pluspunkt, denn viele stellen die Station sichtbar in Flur oder Wohnzimmer.
Der Narwal Flow 2 setzt auf matte Glasoptik und eine wohnliche Dockingstation, wodurch er sich unauffällig in moderne Räume einfügen soll. (Quelle: Narwal)
Im Zentrum der Vorstellung steht der Narwal Flow 2 mit stark erhöhter Saugleistung von 30.000 Pa, Heißwasser-Wischen (bis 60 Grad Celsius) und einer Station, die Mopps reinigen und trocknen kann. Dazu kommt das “NarMind Pro-System” mit Dual-Kamera-Sicht und KI-Modell, das Objekte, Räume und Verschmutzung unterscheiden soll. Preise und Europa-Verfügbarkeit sind jedoch noch offen. Der Flow 2 trifft damit den Anspruch des Netzwelt Innovation Award 2026, der Technik prämiert, die aus der Masse hervorsticht.
Fazit
Die CES 2026 zeigt klar: Bei Haushaltsgeräten geht es nicht mehr um einzelne Features, sondern um ein spürbar besseres Gesamtpaket. Hersteller setzen auf mehr Autopilot, damit die Reinigung zuverlässiger funktioniert und ihr seltener eingreifen müsst. Das zeigen nicht nur neue Saug- und Wischroboter, sondern auch ungewöhnliche Konzepte wie der Wäsche-Roboter, der selbst das Be- und Entladen der Waschmaschine übernehmen soll.
Die CES 2026 macht deutlich: Haushaltsgeräte werden smarter, automatischer und alltagstauglicher. (Quelle: Netzwelt)
Gleichzeitig wird Komfort weiter gedacht, über selbstreinigende Stationen, Hitze- und Dampftechnik sowie wartungsärmere Systeme. Auffällig ist zudem, dass viele Premium-Funktionen langsam in günstigere Geräteklassen wandern. Putzen könnte 2026 somit weniger Nacharbeit und gleichzeitig deutlich weniger Frust bedeuten. Während im Haushalt Automatisierung im Fokus steht, zeigen Notebook-Hersteller auf der CES 2026 neue Ideen für mobiles Arbeiten.