2026-01-10 10:37:00
Nächste Hiobsbotschaft für den Chemiestandort Leuna: Nachdem dort zwei Teile des Unternehmensverbunds DOMO insolvent gegangen sind, wurden deren Anlagen nun in den Notbetrieb versetzt. Verhandlungen über kurzfristige Darlehen sind gescheitert. Wirtschaftsminister Schulze sprach von einer kritischen Situation.
Nach der Pleite des Chemieunternehmens DOMO gehen dessen Anlagen in Leuna im Saalekreis ab sofort in den Notbetrieb. Das teilte der Insolvenzverwalter Lucas Flöther mit. Dass der Firmenverbund in wirtschaftliche Schieflage geraten ist, war Ende Dezember bekannt geworden. Bei den beiden Unternehmensteilen in Leuna sind rund 500 Beschäftigte betroffen.
Verhandlungen mit Gläubigern gescheitert
Laut den Angaben muss die Produktion des Unternehmens heruntergefahren werden, da die Verhandlungen mit den Gläubigern über ein kurzfristiges Darlehen gescheitert sind. Damit sei keine Zwischenfinanzierung möglich. Die Beschäftigten sowie die zuständigen Behörden seien über die gescheiterten Finanzierungsgespräche informiert worden.
Laut Insolvenzverwalter Lucas Flöther sind die Verhandlungen mit den Gläubigern über eine kurzfristige Finanzierung gescheitert.
Wir unterstützen die Geschäftsführung dabei, die Anlagen sicher herunterzufahren. Ob sie sich dann ohne Schäden irgendwann wieder anfahren und weiter nutzen lassen, ist die große Frage.
Insolvenzverwalter Lucas Flöther |
Zukunft der Anlagen von DOMO unklar
Was der Notbetrieb in Zukunft für die Anlagen bedeutet, kann laut der Mitteilung noch nicht abgeschätzt werden. “Wir unterstützen die Geschäftsführung dabei, die Anlagen sicher herunterzufahren. Ob sie sich dann ohne Schäden irgendwann wieder anfahren und weiter nutzen lassen, ist die große Frage”, so Flöther. “Für die Anlagen und den Chemiestandort, aber auch für die Gläubiger wäre das jedenfalls eine Katastrophe.”
Gewerkschaft und Wirtschaftsministerium in Sorge
Für die Gewerkschaft BCE ist der Produktionsstopp eine “weitere Hiobsbotschaft” für die Beschäftigten und für die gesamte Region. Das Wirtschaftsministerium sprach von einer sehr kritischen Situation. Minister Sven Schulze (CDU) erklärte, “das Land werde alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um Schaden abzwenden und Arbeitsplätze sowie wirtschaftliche Wert zu erhalten.”
MDR (Sebastian Gall; Norma Düsekow), dpa, erstmals veröffentlicht am 9.1.2025