2026-01-17 12:30:00
Eine Studie der Universität Boston kam zu dem Ergebnis, dass Vitamin B12 den Gedächtnisabbau im Alter hinauszögern könnte. Lesen Sie, welche Beschwerden bei einem Mangel auftreten und wie man sich testen lassen kann.
Vergessen ist menschlich – vor allem mit zunehmendem Alter. Denn dann nimmt die Leistungsfähigkeit des Gehirns naturgemäß allmählich ab. Häufig fallen Betroffenen Worte nicht mehr ein und auch die Konzentration lässt schneller nach. Was viele Menschen für den natürlichen Alterungsprozess halten, könnte jedoch auch mit einem Vitaminmangel zusammenhängen. Wie eine Studie herausfand, könnte der geistige Abbau mit genug Vitamin B12 (Cobalamin) zumindest hinausgezögert werden.
Vitamin B12 könnte Abbau kognitiver Fähigkeiten verlangsamen
Für ihre Studie, die im Fachmagazin Alzheimer’s & Dementia veröffentlicht wurde, wertete ein Forscherteam der Universität Boston in USA Daten von knapp 2.000 Teilnehmenden über einen Zeitraum von durchschnittlich 14 Jahren aus. Mithilfe der drei Biomarker Cobalamin, Methylmalonsäure (MMA) und Homocystein überprüften die Wissenschaftler:innen den Vitamin-B12-Spiegel im Blut. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass Erwachsene ab 60 Jahren mit dauerhaft hohen Vitamin-B12-Werten geistig angsamer abbauen könnten.
Konkret zeigte sich Folgendes: Teilnehmer:innen mit einem höheren Vitamin-B12-Spiegel erzielten bessere Ergebnisse bei Gedächtnis-, Sprach- und Konzentrationstests über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren. Sie schnitten damit besser ab als Menschen mit niedrigen Vitamin-B12-Werten. Ein besonders hoher Zusammenhang zeigte sich außerdem bei denjenigen, die gleichzeitig über einen hohen Folat-Spiegel (Vitamin B9) verfügten. Die Studienautoren gehen deshalb davon aus, dass insbesondere eine gute Versorgung mit B-Vitaminen dabei unterstützen könnte, den geistigen Abbau zu verlangsamen oder zu verringern. Damit bestätigt die Studie bereits frühere Forschungsergebnisse, wonach neben Ernährungsgewohnheiten vor allem Vitamine beim Alterungsprozess eine wichtige Rolle spielen.
An diesen Symptomen lässt sich ein Vitamin-B12-Mangel erkennen
Der menschliche Körper benötigt Vitamin B12 für den Energiestoffwechsel, zur Bildung von Blutzellen und zum Aufbau der Nervenhüllen. Fehlt das wichtige Vitamin, kann es zu Nervenschäden kommen, wie Ndr.de berichtet. Da der Körper jedoch über große Vitamin-B12-Depots in der Leber verfügt, fällt ein Mangel erst Jahre nach Beginn einer Unterversorgung auf. Dieser kann sich durch folgende Symptome zeigen:
- brennende Zunge
- Kribbeln in Armen, Beinen oder Füßen,
- Sensibilitätsstörungen bis hin zu Lähmungen
- Muskelschwäche
- Müdigkeit
- Depression
- Kopfschmerzen
- Gangunsicherheit
- Blutarmut
Aber auch alterstypische Beschwerden wie Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwäche oder Verwirrtheit können auftreten.
Wie kann ich meinen Vitamin-B12-Spiegel testen lassen?
Wenn Sie den Verdacht auf einen Mangel bei sich selbst oder Angehörigen feststellen, sollten Sie diesen ärztlich abklären lassen. Die Diagnose stellt ein Mediziner oder eine Medizinerin mithilfe einer Blutuntersuchung. Wie die Verbraucherzentrale informiert, können Ärzt:innen in Fällen, in denen der Verdacht eines tatsächlichen Nährstoffmangels naheliegt, eine konkrete Diagnostik zulasten der Krankenkasse abrechnen. Andernfalls gelten Mikronährstoffuntersuchungen als individuelle Gesundheitsleistungen, die in der Regel selbst bezahlt werden müssen. Manche Zusatzversicherungen oder private Krankenkassen übernehmen die Kosten hingegen.
Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, sich bei privaten Laboren testen zu lassen. Manche dieser Labore bieten zum Beispiel ein Vitamin-Profil (Vitamine A, E und D, Folsäure, Vitamin B6 und B12) für rund 115 Euro, sowie einen kleinen B-Vitamin-Status (B2, B6, Folsäure, B12) für ca. 100-120 Euro oder einen B-Vitamin-Status (B1- B2, B3, B5, B6, Biotin, Folsäure, B12) für etwa 250 Euro an. Meist kann dieses Profil individuell erweitert werden. Für ein vollständiges Vitaminprofil zahlt man in der Regel etwa 450 Euro. Die Untersuchung auf einzelne B-Vitamine kostet nach Angaben der Verbraucherzentrale zwischen 20 und 35 Euro.