Germany Loses Handball Euro Final in Thrilling Match Against Denmark

2026-02-01 19:23:00

Gekämpft, gehofft und am Ende doch verloren: Deutschlands Handballer haben sich den Gold-Traum bei der EM trotz eines starken Auftritts nicht erfüllen können. Dänemark sichert sich verdient die Trophäe.

Vor 15.000 Zuschauern, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), waren Johannes Golla, Juri Knorr und Marko Grgic mit jeweils fünf Toren bester Werfer für die deutsche Mannschaft, die eine erfolgreiche Revanche für die deutliche 26:39-Niederlage im Olympia-Finale 2024 verpasste.

Dänemarks Mathias Gidsel (2.v.r.) wirft auf das deutsche Tor dpa

Das EM-Silber ist dennoch Beleg für den Aufschwung des deutschen Handballs und dürfte die Vorfreude auf die Heim-WM im Januar 2027 noch mehr anheizen. Auf einen Weltmeistertitel wartet die DHB-Auswahl dann genau 20 Jahre.

Fischer muss kurzfristig passen

Dänemark um Welthandballer Mathias Gidsel vom deutschen Meister Füchse Berlin hat als erst zweites Team in der Geschichte die drei wichtigsten Trophäen zur selben Zeit in seinem Besitz: Olympiasieger, Weltmeister und Europameister. Das war bisher nur Frankreich im Jahr 2010 gelungen.

Obwohl die deutsche Mannschaft seit zehn Jahren kein Pflichtspiel mehr gegen die übermächtigen Dänen gewonnen hatte, ging sie die Aufgabe mit großer Zuversicht an. “Wenn man in einem Finale steht, will man es auch gewinnen”, sagte Gislason vor dem Anpfiff. Und auch der Kanzler gab sich optimistisch. “Ich glaube, die deutsche Mannschaft hat eine große Chance, das Spiel zu gewinnen”, sagte Merz im ZDF.

Allerdings musste die DHB-Auswahl kurzfristig auf Justus Fischer verzichten. Der Kreisläufer, der beim 31:28-Sieg im Halbfinale gegen Kroatien eine überragende Leistung gezeigt hatte, konnte das Spiel wegen eines Infekts nur im Hotel verfolgen.

Emotionaler Kampf in Halbzeit eins

Anders als bei der 26:31-Niederlage in der Hauptrunde begann Andreas Wolff, der wie Kapitän Johannes Golla ins All-Star-Team des Turniers gewählt wurde, im deutschen Tor. Auch die etatmäßigen Außen Lukas Mertens und Lukas Zerbe, die sechs Tage zuvor nicht einmal im Kader standen, waren dabei. “Wir müssen eine überragende Abwehr hinstellen und brauchen eine starke Torhüterleistung”, forderte Gislason.

Die deutschen Spieler um Kapitän Johannes Golla (r) trauern dem verlorenen Finale hinterher

Die deutschen Spieler um Kapitän Johannes Golla (r) trauern dem verlorenen Finale hinterher dpa

Von Beginn an entwickelte sich eine hitzige und umkämpfte Partie, in der die deutsche Mannschaft nach einer Viertelstunde beim 7:10 mit drei Toren hinten lag. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel für Tom Kiesler bereits beendet. Der Abwehrspezialist, der sich nach einer Magen-Darm-Erkrankung rechtzeitig zum Finale fit gemeldet hatte, sah nach einem Foul an Gidsel schon früh die Rote Karte.

Doch das DHB-Team ließ sich davon nicht beeindrucken – und schon gar nicht entmutigen. Vor allem Knorr und Köster machten im Angriff viel Betrieb und sorgten für die nötige Torgefahr aus dem Rückraum.

Nach 21 Minuten war das Spiel beim 12:12 wieder ausgeglichen. “Wir haben sie genau da, wo wir sie haben wollen”, lobte Gislason seine Schützlinge in einer Auszeit. Zwar schlichen sich in der Schlussphase der ersten Halbzeit einige Offensiv-Fehler ein, zur Pause war trotzdem noch alles drin.

Dänemark nicht zu stoppen

Nach dem Wechsel ging die wilde Hatz weiter. Die DHB-Auswahl kam schnell zum Ausgleich, der ihr aber sofort wieder aus den Händen glitt, weil sie rund sechs Minuten ohne Tor blieb. Zum Glück wurde Wolff nun immer stärker und verhinderte mit einigen Glanzparaden zunächst einen höheren Rückstand.

Weil seinen Teamkollegen in dieser Phase im Angriff kaum noch etwas gelingen wollte, war Dänemark Mitte der zweiten Halbzeit beim 26:22 dennoch erstmals auf vier Tore enteilt. Die Vorentscheidung, zumal auch Kreisläufer Jannik Kohlbacher in der Schlussphase die Rote Karte sah. Das deutsche Team steckte bis zum Ende zwar nie auf, die Wende gelang aber nicht mehr.

Deutschland gegen Dänemark: Wer wird Handball-Europameister 2026?

Ein letzter Schritt trennt Deutschlands EM-Handballer von der Goldmedaille. Doch dieser Schritt führt mitten hinein in die “Hölle von Herning” – dorthin, wo in Dänemark der ultimative Endspielgegner wartet. Keeper Andreas Wolff spricht von einer “Über-Mannschaft”, Rune Dahmke vom “besten Team der Welt” und Nils Lichtlein von den “eigentlich Unbesiegbaren”.

Unter die 15.000 Fans mischt sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Deutsche Presse-Agentur beantwortet die wichtigsten Fragen vor der Neuauflage des Olympia-Finals und erklärt, warum sich Deutschland durchaus Hoffnungen auf den dritten EM-Titel nach 2004 und 2016 machen kann.

Wer überträgt das Finale?

Fans können das Finale auf zwei Wegen verfolgen: Ab 17.50 Uhr meldet sich Florian Zschiedrich live im ZDF, an seiner Seite Experte und Co-Kommentator Sören Christophersen sowie Kommentator Martin Schneider. Alternativ überträgt der kostenpflichtige Sportsender Dyn das Endspiel mit dem Expertenteam um die Handball-Ikonen Stefan Kretzschmar und Pascal Hens. Das Spiel um Platz drei zwischen Kroatien und Island (15.15 Uhr) läuft im ZDF-Stream und bei Dyn.

Wie ist die Bilanz?

Aus deutscher Sicht verheerend. Den letzten Pflichtspielsieg gegen Dänemark feierte das DHB-Team bei der EM 2016. Seither setzte es eine Niederlage nach der anderen – besonders schmerzhaft die 26:39-Demütigung im Olympia-Finale. «Ich war so sauer, weil ich fand, dass die Jungs nach einer Viertelstunde das Spiel einfach verschenkt haben», erinnerte sich Gislason.

Selbst beim 30:40 bei der WM 2025 blieb Deutschland chancenlos, erst beim jüngsten 26:31 hielt man lange dagegen.

Um welche Prämie spielt das DHB-Team?

Die mögliche Prämie für das Team von Alfred Gislason ist so hoch wie noch nie. Mit dem Einzug ins Finale hat sich die Riege um Kapitän Johannes Golla bereits eine Gesamtprämie von 430.000 Euro gesichert. Sollte Deutschland zum dritten Mal Europameister werden, erhöht sie sich auf 575.000 Euro.

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