2026-01-15 17:07:00
Google stellt „Personal Intelligence“ vor, eine neue Funktion des KI-Chatbots Gemini.
Der KI-Assistent kann nun über mehrere Google-Apps hinweg Schlussfolgerungen ziehen, darunter Gmail, Fotos und YouTube.
Google spielt damit seinen Vorteil gegenüber KI-Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic aus.
Google verschärft den Wettbewerb im Bereich Künstliche Intelligenz, indem der Konzern einen entscheidenden Vorteil ausspielt: ein Ökosystem aus Verbraucher-Apps, die täglich von Milliarden Menschen genutzt werden.
Am Mittwoch stellte Google Personal Intelligence vor – eine neue Beta-Funktion in der Gemini-App. Sie ermöglicht es dem Assistenten, Antworten zu personalisieren, indem er über die verknüpften Google-Dienste eines Nutzers hinweg „schließt“. Zum Start werden Gmail, Fotos, die Suche sowie der YouTube-Verlauf eingebunden.
Die Funktion wird ab Mittwoch in den USA für Abonnenten von Google AI Pro und AI Ultra ausgerollt. Zudem kündigte das Unternehmen an, die Technologie auch in die kostenlose Gemini-App sowie in den KI-Modus der Google-Suche zu integrieren.
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Googles besonderer Vorteil
Während Gemini bislang Informationen aus einzelnen Apps abrufen konnte, markiert Personal Intelligence einen deutlichen Fortschritt. Angetrieben von Gemini 3 kann das System nun mehrere Anwendungen gleichzeitig analysieren und Zusammenhänge herstellen. So liefert es Erkenntnisse, ohne dass Nutzer explizit angeben müssen, wo gesucht werden soll. Zukünftig könnte der KI-Chatbot eine E-Mail-Bestätigung aus Gmail mit Fotos einer früheren Reise und auf YouTube angesehenen Videos verknüpfen, um relevantere Empfehlungen oder Antworten zu geben.
Diese kontextuelle Tiefe unterstreicht Googles strategische Position im KI-Wettlauf. Wettbewerber wie OpenAI und Anthropic bieten leistungsstarke, eigenständige Modelle, verfügen jedoch nicht über Verbraucherplattformen im Umfang von Gmail, YouTube, Fotos oder der Google-Suche. Google hingegen schon – und Personal Intelligence soll diese Reichweite in einen klaren Mehrwert übersetzen.
Indem Google KI stärker in Dienste integriert, die Menschen täglich nutzen, macht der Konzern klar, worum es in der nächsten Phase des KI-Wettbewerbs geht: nicht nur um Modellqualität, sondern um Kontext, Reichweite und Vertrauen.
„Die besten Assistenten kennen nicht nur die Welt. Sie kennen dich und helfen dir, dich in ihr zurechtzufinden“, sagte Josh Woodward, Vice President bei Google und verantwortlich für die Gemini-App, Google Labs und AI Studio. „Das ist unser nächster Schritt, um Gemini persönlicher, proaktiver und leistungsfähiger zu machen.“
Google positioniert die Funktion als Schritt weg von reinen Reaktionen hin zu aktiver Unterstützung. Gemini soll Nutzer im Alltag stärker begleiten – etwa beim Einkaufen, bei der Reiseplanung oder bei Inhaltsempfehlungen.
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Warnung vor möglicher „Über-Personalisierung“
Der Rollout startet im Web sowie auf Android und iOS. Vorerst ist Personal Intelligence auf private Google-Konten beschränkt und steht nicht für Workspace-Nutzer zur Verfügung, also nicht für Geschäfts-, Unternehmens- oder Bildungskonten.
Datenschutz und Kontrolle stünden im Mittelpunkt des Starts, betonte Google. Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert. Nutzer müssen aktiv auswählen, welche Apps sie verknüpfen. Selbst wenn sie aktiviert ist, personalisiert Gemini nicht jede Antwort, sondern setzt Personal Intelligence nur dann ein, wenn es als hilfreich erachtet wird. Nutzer können die Personalisierung für einzelne Antworten deaktivieren, Apps jederzeit trennen sowie frühere Chats verwalten oder löschen.
Als Hinweis auf Googles derzeit hohes Entwicklungstempo warnte Woodward vor möglicher „Über-Personalisierung“, bei der das Modell Zusammenhänge zwischen eigentlich nicht verwandten Themen herstellt.
„Wenn ihr das seht, gebt bitte Feedback, indem ihr der Antwort einen ‚Daumen nach unten‘ gebt“, schrieb er in einem Blogbeitrag zur Ankündigung der Funktion.
Lest den Original-Artikel auf BUSINESS INSIDER US.
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