2026-01-23 17:12:00
Rotlicht, Atemring, Meditation: Kann Loume wirklich beim Einschlafen helfen? Der Praxistest zeigt, was das Schlafgerät im Alltag taugt – und wo seine Grenzen liegen.
Unser Schlaf wird empfindlicher. Laut KKH Kaufmännischer Krankenkasse ist die Zahl psychisch bedingter Schlafstörungen seit 2014 um 73,5 Prozent gestiegen. Hauptursachen sind Stress, Grübeln – und ein Alltag, der durch Smartphone, Streaming und Social Media bis kurz vor dem Einschlafen auf Sendung bleibt.
Einschlafhilfen wie Loume setzen genau hier an: Rotlicht, geführte Atmung und feste Abendrituale sollen helfen, den Kopf herunterzufahren. Ob das im Alltag wirklich gelingt, zeigt der Praxistest.
Das Wichtigste in Kürze
- Konzept: Loume ist eine Einschlafhilfe mit Rotlicht, projiziertem Atemring und Audio-Inhalten. Ziel ist es, abends gezielt zu entschleunigen und eine feste Schlafroutine aufzubauen – ohne Medikamente.
- Lichtsteuerung: vier Helligkeitsstufen (40/60/80/100 Prozent) sowie Timer für 15, 30, 45 oder 60 Minuten. Das Licht schaltet sich während der Session automatisch ab.
- Audio-Inhalte: über 100 Meditationen, Atemübungen, Klangwelten und Musik. Wiedergabe direkt über das Gerät – Einschlafen ohne Handy in der Hand.
- Routine: Individuelle Schlaf- und Aufwachzeiten für jeden Wochentag. Optional startet jeweils 15 Minuten vorher eine sanfte Licht-Erinnerung.
- Tracking: Schlafanalyse nur mit kompatibler Smartwatch. Dann sichtbar: Schlafphasen, Einschlafzeit, Regelmäßigkeit und Schlafscore.
- Kosten: Einmalpreis von rund 149 Euro (Stand: Januar 2026). Die App ist kostenfrei nutzbar, kein Abo, keine In-App-Käufe.

(Foto: BILD / Christian Lohse)
Einrichtung & erster Eindruck:Schnell startklar – aber nur mit App
Auspacken, anschließen, App laden: Nach wenigen Minuten ist Loume einsatzbereit. Die Loume-App (ab iOS 15.6 und Android 13.0) führt durch die Einrichtung, eine Internetverbindung ist Voraussetzung. Ohne App läuft nichts – sie übernimmt die komplette Steuerung von Licht, Atemübungen und Audio. Mit einem Preis von rund 149 Euro (Stand: Januar 2026) gehört Loume zu den höherpreisigen Einschlafhilfen, verzichtet dafür aber auf Folgekosten. Im Test verlief die Einrichtung problemlos, Verbindung und Updates blieben stabil.

(Foto: BILD / Christian Lohse)
Das Gerät selbst wirkt hochwertig verarbeitet und bewusst zurückhaltend gestaltet. Loume verzichtet auf Display, Tasten oder Leuchteffekte und fügt sich unauffällig auf dem Nachttisch ein. Mit knapp 690 Gramm steht es stabil, ohne klobig zu wirken. Ein Akku ist nicht verbaut – Loume wird dauerhaft über das Netzteil betrieben. Das schränkt die Flexibilität ein, sorgt aber dafür, dass das Gerät jederzeit einsatzbereit ist, ohne dass man an Ladezustände denken muss.
Rotes Licht & Atmosphäre:Angenehm statt aktivierend
Abends taucht Loume das Schlafzimmer in sanftes rotes Licht. Der Raum wirkt sofort ruhiger, weniger technisch – ein deutlicher Kontrast zu grellem Deckenlicht oder dem kalten Schein von Smartphone und Fernseher. Im Praxistest stellte sich dieser Effekt schnell ein: Das Licht blendet nicht, drängt sich nicht auf und signalisiert dem Körper klar, dass der Tag zu Ende geht.

(Foto: BILD / Christian Lohse)
Auch wissenschaftlich wird Rotlicht als vergleichsweise schlaffreundlich eingeordnet. Studien zeigen, dass längere Wellenlängen den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus weniger stören als weißes oder blaues Licht. In kontrollierten Untersuchungen verkürzte Rotlicht vor dem Zubettgehen bei Teilnehmenden teils die Einschlafzeit und kann – je nach Person – dazu beitragen, abends schneller zur Ruhe zu kommen. Gerade für Menschen mit Einschlafproblemen gilt Rotlicht deshalb als sanftere Alternative zu klassischem Kunstlicht.
Loume nutzt diesen Ansatz als Teil eines Gesamtkonzepts: Das rote Licht bildet den ruhigen Rahmen, während Atemring und Audioinhalte die Aufmerksamkeit vom Grübeln weglenken und die Abendroutine strukturieren. Wer besonders empfindlich reagiert, kann das Licht in der App dimmen oder ganz deaktivieren und Loume ausschließlich als Atem- und Audiohilfe nutzen – sinnvoll, um den Effekt individuell anzupassen.
Atemmeditation:Runterkommen ohne Nachdenken
Das zentrale Element von Loume ist der projizierte Atemring an der Decke. Der Ring wächst beim Einatmen, schrumpft beim Ausatmen, begleitet von einer ruhigen Sprecherstimme. Im Alltag funktioniert dieses Prinzip überraschend gut. Der Blick nach oben lenkt vom Gedankenkarussell ab, der Atem passt sich fast automatisch an den vorgegebenen Rhythmus an. Nach wenigen Minuten wird er langsamer, tiefer und gleichmäßiger.

(Foto: BILD / Christian Lohse)
Gerade an Abenden mit innerer Unruhe zeigte sich im Test, dass die Kombination aus visueller Führung und Sprache hilft, den Fokus zu verlagern. Niemand wird allein gelassen – jede Übung ist klar begleitet. Voraussetzung bleibt allerdings, dass man sich darauf einlässt. Loume wirkt nicht passiv, sondern lebt vom Mitmachen.
Audio & Inhalte:Einschlafen ohne Handy in der Hand
Alle Inhalte aus der App lassen sich direkt über das Loume-Device abspielen. Das Smartphone kann danach beiseitegelegt werden – ein klarer Vorteil gegenüber klassischen Schlaf-Apps, bei denen das Handy oft bis zum Einschlafen aktiv bleibt. Alternativ lassen sich Kopfhörer nutzen, wenn man nicht allein schläft; das Gerät selbst bleibt dann komplett stumm.

(Foto: BILD)
In der App stehen über 100 Inhalte zur Auswahl, darunter geführte Atemübungen, Schlafmeditationen, sanfte Klangwelten und ruhige Musik. Die Auswahl wirkt durchdacht und nicht überladen. Positiv fällt auf, dass sich alles sehr fein an die eigenen Vorlieben anpassen lässt: Lautstärke, Lichtintensität und Dauer sind jeweils in vier Stufen regelbar.
Was mir im Test am besten gefallen hat, war nicht eine einzelne Funktion, sondern das Zusammenspiel aus Licht, Atemführung und festen Zeiten.
Joline Böttger
Redakteurin & Produkttesterin
Das Entspannungslicht lässt sich auf 40, 60, 80 oder 100 Prozent Helligkeit einstellen. Zusätzlich gibt es einen Timer, der das Licht während der Audio-Session automatisch ausblendet – wahlweise nach 15, 30, 45 oder 60 Minuten. Auch die Lautstärke ist in vier klar abgestuften Stufen regelbar. In der Praxis sorgt das dafür, dass Loume nicht „durchläuft“, sondern den Einschlafprozess aktiv begleitet und sich anschließend selbst zurücknimmt.
Routine & Aufwachen:Feste Zeiten statt freies Treiben
Einschlafen
Loume setzt konsequent auf Wiederholung und Verlässlichkeit. In der App lassen sich individuelle Schlafenszeiten für jeden Wochentag festlegen – von Montag bis Sonntag kann jeweils eine andere Uhrzeit hinterlegt werden. Ergänzend dazu lässt sich eine Lichtbegleitung aktivieren: 15 Minuten vor der geplanten Schlafenszeit startet automatisch ein sanfter Licht-Sonnenuntergang. Das Licht fungiert dabei als stille Erinnerung, den Tag langsam ausklingen zu lassen.

(Foto: BILD / Christian Lohse)
Im Praxistest zeigte sich schnell: Wer sich auf dieses Ritual einlässt, bleibt eher dabei, früher zur Ruhe zu kommen. Loume zwingt nicht, mahnt nicht – erinnert aber zuverlässig. Genau darin liegt die Stärke des Systems, vor allem für Menschen, die abends leicht die Zeit vergessen.
Aufwachen
Auch für den Morgen lässt sich die Routine individuell einstellen. Die Aufwachzeit kann ebenfalls für jeden Tag separat definiert werden, inklusive optionaler Lichtbegleitung. 15 Minuten vor der eingestellten Zeit beginnt ein sanfter Licht-Sonnenaufgang. Das Aufwachen wirkt dadurch weniger abrupt und natürlicher – gerade in dunklen Wintermonaten ein spürbarer Vorteil.
Wichtig ist die Einordnung: Loume ist kein Lichtwecker. Es gibt keine Alarmfunktion, sondern lediglich eine optionale Lichtbegleitung zum Aufwachen. Für feste Weckzeiten ist ein zusätzlicher Wecker erforderlich.
Nach dem Aufwachen folgt der Check-in: In der App lässt sich mit fünf Emojis festhalten, wie erholt man sich fühlt. Zusätzlich können Faktoren wie spätes Koffein, Alkohol, späte Mahlzeiten oder besondere Ereignisse eingetragen werden. Eigene Notizen sind ebenfalls möglich. So entsteht über Tage und Wochen ein nachvollziehbares Bild der eigenen Schlafgewohnheiten.

(Foto: BILD)
Schlaftracking :Nur mit Smartwatch
Loume selbst misst keinen Schlaf. Wer tiefer einsteigen möchte, kann das System mit einer kompatiblen Smartwatch verbinden (u.a. Apple Watch-, Garmin- und Samsung-Modelle). Dann werden Schlafdauer, Einschlafzeit, Wachphasen sowie Kern- und Tiefschlaf ausgewertet. Die App zeigt zudem, ob man tatsächlich zur geplanten Zeit ins Bett gegangen ist. Daraus errechnet Loume einen Schlafscore, der Schlafdauer, Regelmäßigkeit, Schlafphasen und Lifestyle-Faktoren berücksichtigt.
Ohne Smartwatch bleibt Loume eine reine Einschlaf- und Routinehilfe – das funktionierte im Test jedoch genauso gut. Der Fokus liegt klar darauf, abends zur Ruhe zu kommen – nicht auf Messwerten. Wer dagegen gern trackt und Fortschritte sehen möchte, bekommt mit der Smartwatch-Anbindung ein sinnvolles Zusatzwerkzeug.
Unser Fazit:Beruhigt den Abend
FAQ:Häufige Fragen zu Loume
Was ist Loume?
Kann ich Loume auch ohne Handy beim Einschlafen nutzen?
Misst Loume meinen Schlaf?
Brauche ich ein Smartphone für Loume?
Für wen eignet sich Loume besonders?
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