2026-01-21 16:40:00
Das beste politische Foto: Scholz und Merz bei der Amtsübergabe
Zur Amtsübergabe geben sich Friedrich Merz und Olaf Scholz die Hand.
Rückblende 2025, Foto: Marco Urban
Der Fotograf Marco Urban wurde für dieses Foto mit 7.000 Euro ausgezeichnet, denn es zeigt, wie eine Demokratie funktioniert: Der Verlierer übergibt das Amt an den gewählten Gewinner, keine Diskussion, kein Aufstand. So soll das sein. Distanziert, aber höflich.
Marco Urban war eigentlich zu spät, um einen guten Platz für sein Foto zu bekommen, aber er hielt die Kamera weit über seinen Kopf – und hatte so einen guten Überblick. Die Sonne kam wie bestellt.
Die beste Serie: Democracy dies in daylight
Democracy Dies in Daylight – die preisgekrönte Fotoserie von Rafael Heygster zeigt, wie sich rechte Bewegungen in Deutschland inszenieren.
Rückblende 2025, Foto: Rafael Heygster
In seiner Serie zeigt der Fotograf Rafael Heygster Propaganda, Personenkult und Selbstinszenierungen der rechten Szene in Deutschland. Er fotografiert am Rande von Aufmärschen oder bei Wahlkampfauftritten der AfD. Der Titel seiner Serie hat aufrüttelnden Charakter: Die Demokratie stirbt am helllichten Tag, unter aller Augen.
Rafael Heygster hat sich auf Langzeit-Projekte spezialisiert, die sich an der Grenze von Kunst, Dokumentar-Fotografie und journalistischer Recherche bewegen. Seine Bilder zeigen Menschen in ihrem sozialen und kulturellen Umfeld, wollen nicht urteilen, sondern zum Nachdenken anregen.
„Scharfes Sehen“: Trauer in Magdeburg
Menschen versammeln sich vor dem Magdeburger Dom während eines ökumenischen Gedenkgottesdienstes nach dem Autoangriff auf den Weihnachtsmarkt.
Rückblende 2025, Foto: Filip Singer
Am 20. Dezember 2024 lenkte ein Amokläufer sein Auto in die Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Sechs Menschen starben, mehr als dreihundert wurden verletzt. Filip Singer zeigt auf seinem Foto, das in der Kategorie „Scharfes Sehen“ ausgezeichnet wurde, Trauernde, die am Tag danach an einem Gedenkgottesdienst teilnehmen.
Filip Singer stammt aus Prag, arbeitete erst freiberuflich für verschiedenen Zeitungen in Tschechien und seit 2008 für die Agentur EPA, für die er inzwischen als Deutschland-Korrepondent arbeitet. Seine Fotografien wurden mehrfach ausgezeichnet, so auch 2022 schon einmal bei der „Rückblende“ mit der besten Fotoserie.
Beste Karikatur 2025: Trump als zerstörerischer Steinmetz
Donald Trump köpft als Steinmetz die Statue im Lincoln-Memorial.
Rückblende 2025, Karikatur: M.F. Deubel
Die Statue von Abraham Lincoln erinnert daran, wie dieser 16. Präsident der Vereinigten Staaten die Nation durch den Bürgerkrieg führte und die Sklaverei beendete. In der Karikatur von M.F. Deubel hat Donald Trump der Lincoln-Statue den Kopf abgeschlagen und steht grinsend hinter ihm, als ersetze er ihn.
Trump zerstört ein Symbol für Einheit, Gleichheit und Führungsstärke – hier sagt ein Bild tatsächlich mehr als tausend Worte. Hinter dem Namen M.F. Deubel verbergen sich die Karikaturisten Frank Hoppmann und Moritz Post. Für ihre Zeichnung, die viele Deutungen erlaubt, erhalten sie den mit 5.000 € dotierten Preis.
„Musterung“ heißt diese Karikatur von Greser & Lenz, die im Juli 2025 in der F.A.Z. erschienen ist.
Rückblende 2025, Greser & Lenz
„Musterung“ auf Platz 2 der besten Karikaturen
Ob bei der Bundeswehr bald ganz andere Qualitäten gefragt sind? Warum den Gegner nicht mal in Grund und Boden labern? Greser & Lenz haben im Sommer 2025 die Diskussion um die Wiedereinführung der Musterung so kommentiert.
Achim Greser und Heribert Lenz zeichnen seit ihrem Grafikstudium in Würzburg gemeinsam, zunächst für das Satiremagazin Titanic, dann auch für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und für deren Sonntagsausgabe.
Charles III. führt Trump in die feinsten britischen Kreise ein
Rückblende 2025, Burkhard Fritsche
Nochmal Trump auf Karikaturenplatz 3
Die Affäre um den Sexualstraftäter Jeffrey Eppstein zieht weite Kreise – vom Weißen Haus bis zum britischen Adel. Charles III. erhält Besuch von Präsident Trump, der im Königshaus auf alte Bekannte trifft, ein bitterböser Kommentar aus der Feder von Burkhard Fritsche.
Der in Mölln geborene Karikaturist veröffentlicht seit den 1980er Jahren meist Einzelbild-Cartoons in unterschiedlichen Zeitungen und Zeitschriften, darunter Pardon, Titanic, Die Welt und die taz, aus der auch diese Zeichnung stammt. Bereits 2008 erhielt Burkhard Fritsche den Deutschen Karikaturenpreis in Gold.
Für den „Rückblende“-Wettbewerb hatten 191 Fotografinnen und Fotografen sowie 68 Karikaturistinnen und Karikaturisten über 1300 Werke eingereicht. Die preisgekrönten Fotos und Zeichnungen, sowie weitere ausgewählte Fotos sind in einer Ausstellung zu sehen.
Nach der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in Berlin wandert die Ausstellung nach Bonn, Neustadt an der Weinstraße, Mainz, Trier und Koblenz. In diesem Jahr gibt es auch einen Publikumspreis, für den man hier abstimmen kann.
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