2026-01-18 14:55:00
Die besten Filme des Jahres 2025 – Die Top 10
Das beim Verfolgerfeld gesagte gilt auch hier: Die Reihung bitte nicht zu genau nehmen. Solche Listen sind nun mal bis zu einem gewissen Grad immer Momentaufnahmen, und kann sich sowohl die Meinung zu einem Film im Zeitverlauf ändern, als auch man weitere Filme aus dem betreffenden Jahr sehen, wo man sich rückwirkend denkt, dass der in dieser Liste hätte berücksichtigt gehört – oder vielleicht sogar alle anderen übertrifft. Nach aktuellem Stand sind die nachfolgenden zehn Filme aber die besten, die mir im Jahr 2025 untergekommen sind:
Ballerina“/>Platz 10: Ballerina
Ganz ehrlich: Ich müsste mir die ersten beiden bei Gelegenheit wieder mal anschauen, schließe aber nicht aus, dass mir dieser Ableger von den bisherigen “John Wick“-Filmen vielleicht sogar am besten gefallen hat. Ein Grund dafür ist sicherlich die von mir vergötterte Ana de Armas, die bereits im letzten James Bond-Film “Keine Zeit zu Sterben” mit einer famosen Action-Performance überzeugt hat, und hier nun in den Mittelpunkt des Geschehens rücken darf. Ich fand zudem die Action hier von Len Wiseman – dessen Arbeit mich in der Vergangenheit nicht immer überzeugt hat – famos inszeniert. Nicht zuletzt konnten sich gleich zwei Szenen aus dem Film den Preis sowohl für die beste als auch die zweitbeste Actionszene des Jahres sichern (und die Schießerei in der Kneipe wäre wohl auf Platz drei gekommen). Für mich traf “Ballerina” auch genau die richtige Mischung aus Ernsthaftigkeit und Augenzwinkern. Und nicht zuletzt Hallstatt als Hort für Auftragskiller habe ich einfach nur abgefeiert. Was für eine herrlich absurde Idee! Ganz ehrlich: Ich verstehe, warum man meinte, John Wick hier auftreten lassen zu müssen, aber ich persönlich hätte Keanu Reeves hier eigentlich gar nicht gebraucht. Mich hat “Ballerina” jedenfalls bestens unterhalten. 8/10
Platz 9: Der Brutalist
Der hat sich mit seinen 3-1/4 Stunden (die Intermission nicht mitgerechnet) kürzer angefühlt als so mancher Zweistünder. Wobei ich zugegebenermaßen die erste Hälfte eine Spur stärker fand als die zweite (und das, obwohl die Geschichte eigentlich dort dann erst zu eskalieren beginnt). Was ihn dabei u.a. auszeichnet, ist seine Authentizität; nicht von ungefähr hat mich meine Sitznachbarin in der Pause gefragt, ob der Film auf wahren Begebenheiten beruht (Spoiler: tut er nicht). Wie uns Brady Corbet, sein Team und der Cast den Eindruck vermitteln, hier eine “echte” Lebensgeschichte zu erzählen, war schon fantastisch. Auch die damalige Epoche fängt er sehr gut ein. Er ist auch thematisch wunderbar vielschichtig, und behandelt eine gequälte Künstlerseele ebenso, wie ein Familiendrama, die Folgen des Holocaust, sowie das Schicksal von Immigranten, die sich leider allzu oft als Außenstehende fühlen, und – noch schlimmer – von ihrer Umgebung auch als ebensolche behandelt werden. Vor allem auch diesbezüglich gab es ein paar wirklich eindringliche Momente. Die schauspielerischen Leistungen waren ebenfalls stark, wobei ich insbesondere das zentrale Triumvirat Adrian Brody, Felicity Jones und Guy Pearce hervorheben will. Vor allem aber, wie eingangs schon erwähnt, ist er extrem kurzweilig, und sollte sich dementsprechend meine Skepsis im Hinblick auf die Laufzeit als völlig unbegründet herausstellen. Trotz der noch nahegehenden Auflösung von Laszlo Toths Gedankengang beim Design des Gemeindezentrums im Epilog wollte der letzte Funke zwar nicht überspringen. Möglicherweise auch, weil er zwar einerseits sehr abwechslungsreich, zugleich aber teilweise auch etwas sprunghaft war. Nichtsdestotrotz aber ein starker und absolut sehenswerter Film. 8/10
Platz 8: Handling the Undead
“Handlung the Undead” fand ich ungemein beklemmend. Für mich waren das die wohl furchterregendsten Untoten, die ich je gesehen habe. Mit Zombies, die es auf mein Hirn abgesehen haben, kann ich umgehen; aber das fand ich echt heftig. Ich fand auch enorm interessant, wie sich der Film auf drei Personengruppen fokussiert, und die Makro-Ebene fast völlig ausblendet. Manchen mag der Film zu ruhig und/oder zu langsam erzählt sein; ich hingegen war von Anfang an voll drin, auch, weil mich die Grundidee so fasziniert und zugleich erschüttert hat, und es Regisseurin Thea Hvistendahl versteht, dem Film von Beginn an eine düster-melancholische Stimmung zu verleihen. Die schauspielerischen Leistungen sind ebenfalls stark, wobei für mich insbesondere Renate Reinsve (wieder einmal) hervorstach. Vor allem aber gab es zahlreiche extrem bedrückende Momente, die mich noch lange verfolgen werden. Schade fand ich nur, dass er auf den letzten Metern dann doch noch den Schwenk zu konventionelleren Zombie-Erzählungen vollzieht. Davon abgesehen aber wirklich stark – und definitiv (obwohl der Film vollständig auf Gore und Splatter verzichtet) nichts für Zartbesaitete. 8/10
Platz 7: Memoiren einer Schnecke
Wie schon bei den besten Filmmomenten des Jahres erwähnt: Ich hab “Mary und Max” leider noch nicht gesehen. Nachdem ich von dem, sowie Adam Elliots jüngstem Streich, nur Gutes gehört hatte, war ich auf ihn schon sehr gespannt – und wurde auch nicht im Geringsten enttäuscht. “Memoiren einer Schnecke” war lieb, und lustig, und schräg, und traurig, und stellenweise auch echt bitter und düster. Es hilft sicherlich auch, dass ich nun mal generell ein riesengroßes Herz für Stop-Motion-Filme habe, und den enormen Aufwand, die Arbeit und das Herzblut bewundere, die dahinterstecken. Hier kam dann auch noch eine wirklich schöne und vor allem zum Ende hin dann sehr berührende Geschichte dazu. Ich mochte auch den eigenwilligen optischen Stil. Und nicht zuletzt der Detailreichtum hat mich begeistert. In erster Linie waren es aber die herrlichen – und teils herrlich schrägen – Figuren, die mein Herz eroberten; vor allem natürlich Grace und Pinky. Das großartige Voice Action tat dann sein Übriges. Insgesamt jedenfalls ein wirklich wunderschöner, und gleichermaßen witziger wie berührender, Film. 8/10
Platz 6: Wake Up Dead Man
Nachdem ich “Knives Out” geliebt habe, und von “Glass Onion” doch ein kleines bisschen enttäuscht war, reiht sich “Wake Up Dead Man” nun genau dazwischen ein. Ich mochte die Erzählweise, das Setting, den starken Agatha Christie-Touch (“Mord im Pfarrhaus” lässt grüßen), die wieder hochkarätige Besetzung, den neuerlich sehr gut aufgelegten Daniel Craig, sowie nicht zuletzt auch den wunderbar ausgeklügelten Fall. Zugegeben, bei der vermeintlichen Wiederauferstehung war ich kurz besorgt, nicht etwa, weil ich befürchtet hätte, dass Rian Johnson hier tatsächlich ins übernatürliche abgleitet, aber weil mir jene Erklärung die mir dafür in den Sinn kam doch eher unplausibel gefunden hätte. Letztendlich hat “Wake Up Dead Man” aber die Kurve doch noch gekratzt. Ich fand das jedenfalls sehr clever aufgebaut und erzählt. Auch die Dynamik zwischen den Figuren gefiel mir. Und last but not least fand Rian Johnson hier eine sehr gute Mischung aus Kritik an Religion (und der institutionellen Kirche), und einem respektvollen Umgang mit dem Glauben. Bei “Knives Out” habe ich zwar mehr mitgefiebert; der wird wohl auf immer und ewig mein Favorit der Filme bleiben. Dennoch hoffe ich sehr, dass dies nicht Benoit Blancs letzter Einsatz gewesen ist. 8/10
Platz 5: Wallace & Gromit: Vergeltung mit Flügeln
Ich liebe “Wallace & Gromit” – und Ehrlich gesagt ist das insofern ein bisschen ein Wunder, als die Kurzfilme zu einem Zeitpunkt in mein Leben traten, als ich eigentlich gerade dabei war, alles kindliche abzulegen, und mich bewusst davon distanzieren zu wollen. Dem wunderbaren Charme von “Alles Käse”, “Unter Schafen” und insbesondere natürlich dem Quasi-Vorgänger dieses Films, “Die Techno-Hose”, konnte ich mich aber nicht entziehen. Ihr erster abendfüllender Spielfilm “Jagd nach dem Riesenkaninchen” war ebenfalls einfach nur ein Fest, und traf mich mitten ins Herz (und die Lachmuskeln). “Auf Leben und Brot” war dann ein bisschen eine Enttäuschung; noch mehr traf mich aber das Feuer in den Aardman-Studios, bei dem sämtliche Modelle verloren gingen, und es lange Zeit schien, als würde es keine weiteren Abenteuer von Wallace und Gromit geben. Ich schreibe all dies in erster Linie, damit ihr versteht, mit wie viel Wohlwollen ich in diesen Film gegangen bin – und dass ich ihn einfach nicht objektiv bewerten kann. Es war einfach wunderbar, die beiden wiederzusehen, auch wenn man es sich zweifellos mit der Rückkehr von Feather McGraw fast etwas zu leicht gemacht hat, und man was den Einfallsreichtum betrifft an die großen Klassiker der beiden (und auch den Film-Vorgänger) nicht herankam. Trotzdem hatte ich mit Wallace und Gromit hier wieder meinen Spaß, und hoffe sehr, dass wir nicht sechzehn Jahre auf ihr nächstes Abenteuer warten müssen. 8/10
Platz 4: Heldin
In “Heldin” zeigt die Drehbuchautorin und Regisseurin Petra Biondina Volpe den ganz normalen Wahnsinn einer Schicht in einem Krankenhaus. Unterbesetzt und überfordert, tut Flora Lind ihr Möglichstes, um all ihre Patient:innen gut zu betreuen, für sie und ihre Angehörigen da zu sein, und mit den zahlreichen Herausforderungen die auf sie warten zurecht zu kommen. Wir sehen hier, wie Flora frisch und voller Energie aus einem kurzen Urlaub zurückkommt – und die darauffolgenden Stunden in der Spätschicht sie gleich wieder an ihre Grenzen bringen, wenn nicht gar darüber hinaus. Ein Knochenjob, den Volpe hier zeigt (und dem sie Tribut zollt), ohne jemanden zu verherrlichen oder zu verdammen. Getragen von einer famosen Performance von Leonie Benesch in der Hauptrolle, und angenehm unaufgeregt erzählt, zieht Volpe im Verlauf des Films die Spannungsschraube immer weiter an, und sorgt dafür, dass sich der Stress und die Anspannung der Hauptfigur auf das Publikum überträgt. Das Endergebnis ist höchst beeindruckend – und sorgt hoffentlich dafür, dass man das Pflegepersonal beim nächsten Krankenhausaufenthalt (egal ob als Patient oder als Besucher) mit anderen (und hoffentlich wohlwollend-verständnisvolleren) Augen sieht. 8/10
Platz 3: Sorry Baby
An “Sorry, Baby” hat mich vieles beeindruckt – aber nichts so sehr wie die Tatsache, wie es Eva Victor in ihrem Spielfilmdebüt hier auf so spielerische wie meisterliche Art und Weise gelingt, von einem Moment auf den nächsten den Ton zu wechseln. Man ist gerade noch dabei, sich vor Lachen zu krümmen – da bleibt einem dieses im Hals stecken. Und kurz darauf lacht man wieder. Dieses Wechselbad der Gefühle erlebte ich bei “Sorry, Baby” wieder, und wieder, und wieder. Der Film ist zudem herausragend gespielt, insbesondere von Victor selbst in der Hauptrolle. Ich fand auch absolut phantastisch, wie “die böse Sache” die Agnes widerfahren ist hier dargestellt/inszeniert wird. Und vor allem in der Art und Weise, wie es hier für den Täter aus mehreren Gründen keine Strafe gibt, sie deshalb nie wirklich mit dieser Erfahrung abschließen konnte, und sie diese auch Jahre später noch verfolgt, empfand ich als höchst eindringlich. Und trotz allem durchzieht der Film dann eben dieser feine Humor, und lässt auf jeden bedrückenden einen lustigen und/oder warmherzigen Moment folgen. Und so gelingt es “Sorry, Baby” – auch wenn Agnes auch am Ende noch nicht über diese traumatische Erfahrung hinweg ist – einen mit einem Gefühl der Hoffnung und Zuversicht aus dem Kinosaal zurück ins Leben zu entlassen. 9/10
Platz 2: The Life of Chuck
“Jedes Leben ist wertvoll”. Diese Aussage mag manchen als Quintessenz von “The Life of Chuck” zu banal sein; ich finde sie aber gerade in unserer heutigen Zeit (leider) ungemein wichtig und relevant. Basierend auf der Kurzgeschichte von Stephen King, hat Mike Flanagan (der sich in den letzten Jahren zu einem Experten für Adaptionen des Autors gemausert hat) hier einen wundervollen Film erschaffen, der das Leben in all seinen Facetten feiert. Besonders angetan war ich dabei vom mysteriösen-melancholischen Auftakt; einfach, weil mich solche “Das Ende der Welt”-Stoffe irgendwie immer ganz besonders ansprechen. Aber auch das zweite Kapitel, mit der Tanzeinlage, war super. Das dritte war mir persönlich dann eine Spur zu ausgedehnt; zudem bin ich mir nicht sicher, ob es noch das zusätzliche Mystery-Element rund um den obersten Raum des Hauses gebraucht hat. Diese kleinen Kritikpunkte ändern aber auch nichts daran, dass “The Life of Chuck” gerade auch in der aktuellen, düsteren Welt ein heller Strahl der Hoffnung ist, der es vermochte, mein Herz zu erwärmen – und das nicht nur während der zweistündigen Laufzeit, sondern auch noch darüber hinaus. 9/10
Platz 1: Sentimental Value
Ein großartiger Film, dem ich große Chancen einräume, nach der Zweitsichtung auf die volle Punktzahl aufgewertet zu werden. Was mir an ihm unter anderem so gut gefallen hat, ist die thematische Vielschichtigkeit. Einerseits durch die Fülle an Figuren, die hier näher beleuchtet werden (insbesondere die Großmutter, Gustav, sowie Nora) und ihre individuellen Erfahrungen – und wie eben diese sie kaputt gemacht haben. Dabei geht es unter anderem um die Verbrechen des Nazi-Regimes, um Vernachlässigung, die mangelnde Fähigkeit zu emotionaler Nähe, und so weiter – wobei sich durch eben dies als roter Faden durchzieht, wie persönliche Traumata manchmal (oder oft? Vielleicht sogar immer?) – natürlich unabsichtlich – von einer Generation an die nächste weitergegeben werden (was wohl auch der Grund sein dürfte, warum Nora noch keine Kinder hat, und scheinbar auch keine Kinder will; sie möchte so den Teufelskreis durchbrechen). Hinzu kommt dann (unter anderem) noch die künstlerische Komponente, mit Noras Schauspielerei, und Gustavs Versuch, nach fünfzehn Jahren einen weiteren und wohl zugleich letzten Spielfilm auf die Beine zu stellen. Und dann ist da noch das mich immer enorm ansprechende Thema der Wiedergutmachung. Denn auch wenn es Gustav dabei natürlich auch darum geht, mit einem sehr persönlichen Spätwerk nochmal an die künstlerische Anerkennung seiner früheren Filme anknüpfen zu können. In erster Linie hat er den Film aber in der Hoffnung geschrieben, auf diese Weise – durch das gemeinsame Interesse an einem künstlerischen Schaffen – die große Kluft die sich zwischen ihm und Nora aufgetan hat zu überwinden, bevor es zu spät ist. All dies hat mich auf emotionaler Ebene einfach enorm angesprochen.
Dazu gesellen sich dann auch noch die wirklich phänomenalen schauspielerischen Leistungen. Stellan Skarsgard, Inga Ibsdotter Lilleaas (deren Figur – Noras Schwester Agnes – zwar vergleichsweise ein bisschen am Rand steht, aber dennoch für die Dynamik ungemein wichtig ist, und ebenfalls einige Szenen bekommt, um zu glänzen), Elle Fanning sowie natürlich insbesondere auch wieder Renate Reinsve. An letzteren beiden sticht vor allem eine ganz bestimmte, quasi identische Szene hervor. Was bei Elle Fanning zwar enorm stark, aber dennoch geschauspielert wirkt, kommt bei Renate Reinsve dann auf einmal echt und authentisch rüber (wobei ich glaube, dass hier die größere Herausforderung sogar bei Fanning lag; weil wie spielt man etwas zwar grundsätzlich sehr gut und emotional, wobei man zugleich dem Publikum aber doch vermittelt, dass es “nur” eine Schauspielerin ist, die trotz allem irgendwie keinen persönlichen Bezug zum Text aufbauen kann?). Generell bezieht der Film für mich aus eben dieser künstlerischen Komponente einiges an Reiz; unter anderem auch, wenn wir zuerst von Gustav erfahren, wie er sich eine bestimmte Schlüsselszene vorstellt, und wir dann später tatsächlich erleben, wie diese entsteht. Und generell ist der Film halt einfach, in thematischer, emotionaler und figurentechnischer Sicht so ungemein reichhaltig, und damit zugleich vielschichtig und abwechslungsreich. Und eben daraus resultiert dann wohl auch der letzte Punkt: Der Film ist 133 Minuten lang – und (dennoch) von Anfang bis Ende derart unterhaltsam, dass man eigentlich gar nicht will, dass es aufhört. So muss das sein. 9/10
Wie sieht eure Top 10 des Filmjahres 2025 aus? Ich freue mich über eure Meinung in den Kommentaren!









