2026-01-26 23:04:00
Wie ihr ja schon in unserem Interview mit der Band DYSTRUST lesen konntet, feiert diese in diesem Jahr ihr 20. Jubiläum. Natürlich musste so etwas gebührend gefeiert werden, und so lud die Truppe am 23.01.2026 inklusive KONTRUST und SPIRE OF LAZARUS im Schlepptau in die ((SZENE)) Wien.
Pünktlich um 19:30 Uhr wurden die Tore geöffnet, was auch gut war, da die erste Band um 19:50 Uhr loslegte und die Schlange vor der ((SZENE)) schon beachtlich lang war. Es dauerte nicht lange, bis der Saal gut gefüllt war und die ersten Blast-Beat-Salven erschallten.
SPIRE OF LAZARUS:
Was soll ich sagen! Ich war schon sehr gespannt darauf, was SPIRE OF LAZARUS abliefern würden, da ich die Band in der aktuellen Besetzung leider noch nicht gesehen hatte. Klar war, dass nun feinster Technical Death Metal aus der PA auf das Publikum einprasseln würde.
In den letzten Jahren hat sich die Band mit den Alben „Soaked In The Sands“ (2022) und „Those Who Live In Death“ (2025) einen gewaltigen Namen gemacht und sich auch international bewährt. Noch vor Kurzem stand die Band in Finnland auf der Bühne, und an jenem Abend hatte sie die Ehre, das Jubiläumsgemetzel zu eröffnen.
Dies gelang der Truppe auch sehr gut, da selbst die eher für die folgenden Bands angereisten Zuschauer den im Vergleich doch sehr deftigen Einstieg zu schätzen wussten. Nachdem die anderen Bands ja doch schon etwas mehr Jahre auf dem Kasten haben, gestaltete sich das Publikum sehr durchmischt. Von Kindern mit Gehörschutz bis zu alten Metal-Veteranen – inklusive unserem liebsten Metal-Augustin-Verkäufer – ließ sich so einiges auf diesem genre- und altersübergreifenden Abend blicken.
Nachdem ich mich durch die Menge gegrüßt hatte, bahnte ich mir meinen Weg in den schon gut besetzten Bühnengraben. Dort begann dann die nächste freudige, aber kurze Begrüßungsrunde, da im Graben erneut viele bekannte Gesichter warteten. Man kann also von einem durchwegs erfreulichen und harmonischen Beginn des Events sprechen – und das sogar noch, bevor die erste Band loslegte.
SPIRE OF LAZARUS brachten mit ihrer komplexen Musik zwar die PA der ((SZENE)) etwas an ihre Grenzen, lieferten aber auf höchstem Niveau ab. Ich wage es sogar, die Band als die aktuell stärksten österreichischen Vertreter des Genres zu bezeichnen. Eine derartige Professionalität von der Spieltechnik über die brachialen Vocals bis hin zur medialen Abdeckung durch NACHTFROST VISUALS an den Tag zu legen, ist absolut beeindruckend.
Ja, ich gebe zu, dass ich schon lange großer Fan der Band bin, aber ich muss auch zu meiner Schande gestehen, dass ich die Band in dieser Formation noch nicht live gesehen hatte und komplett überwältigt war. Trotzdem muss man auch anmerken, dass der Sound etwas suboptimal für die Location war. Der Bass hätte etwas stärker sein können und die Vocals minimal mehr im Vordergrund. Schlussendlich war der Auftritt insgesamt ein voller Genuss, und ich kann SPIRE OF LAZARUS jedem empfehlen, der Bock auf ein richtig hartes Brett hat, das nicht nur mit Breakdowns brilliert.
In der kurzen Umbauphase füllte sich der Saal nochmals etwas mehr. Man merkte, dass nun etwas heiß Erwartetes auf der Bühne stattfinden würde.
DYSTRUST:

Es war klar, dass DYSTRUST in ihrem satten 1 Stunde und 20 Minuten langen Set einige Überraschungen verstecken würden. Ich hatte zwar schon eine Vorahnung, in welche Richtung es gehen würde, war aber sehr gespannt, wie das Ganze umgesetzt wird.
Mit „Celebrate“ wurde losgelegt und so ein perfekter Start geliefert. Nach drei weiteren Nummern gab es dann schon die erste Überraschung: Bei „Cant“ wurde das erste ehemalige Mitglied von DYSTRUST auf die Bühne geholt. Ich erspare euch die Details, da im weiteren Verlauf noch vier andere Gastmusiker die Bühne betraten und auch die allerliebste Kiki, Tochter von Sänger Marye, eine kurze Einlage lieferte – doch das würde hier zum „Namenchaos“ führen.
Auf jeden Fall sorgten DYSTRUST in der gefüllten ((SZENE)) für gewaltige Stimmung und eine gewisse musikalische Zeitreise. Mit „Guilty“ und „Life“ wurde das Trommelfell gewaltig malträtiert, und auch „Untrue“ und „Amon“ marterten einem schön die Magengrube durch. Bei „Ash“ gesellte sich Etzi von MORTAL STRIKE zu den schon durchgeschwitzten Musikern, welcher beeindruckenderweise am nächsten Tag direkt mit seiner Band und RAVENOUS im ESCAPE aufgeigte.
Nach „Ash“ gab es dann eine kurze Ansprache, da Gitarrist Jacky demnächst seinen Geburtstag feiern wird. Es wurde mit Sekt angestoßen und lautstark „Happy Birthday“ gesungen. Mir gefiel speziell der Zusatz: „Happy Birthday, Jacky, du Heisl!“ Genau bei dieser Einlage stand auch die liebe Kiki mit ihrem Dad auf der Bühne und brachte ein Ständchen zum Besten.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt war jedem Anwesenden klar, dass es sich hier um eine große Familienfeier handelte – und glücklicherweise handelte es sich dabei nicht um eine seltsam inharmonische Familie. Zum Ausklang lieferten die auf der Bühne stehenden Musiker noch ein Cover des Klassikers „Roots“, welches dem Publikum trotz eigener Abwandlung der Nummer ordentlich einheizte.
DYSTRUST sind sich mit dieser Show absolut treu geblieben. Die Freude auf der Bühne über die verschiedenen Gastmusiker und die generelle Situation übertrug sich bestens auf das Publikum. Der Moshpit flog nur so vor sich hin, und in der Pause sah man durchwegs zufriedene Gesichter, die sich schon auf den krönenden Abschluss des deftigen Konzertabends freuten.
KONTRUST:

Der Saal war gerappelt voll, als KONTRUST die Bühne betraten. Nicht nur DYSTRUST hatten guten Grund zu feiern, denn auch die Headliner feiern 2026 ein Jubiläum. Satte 25 Jahre versorgt uns die Truppe nun schon mit ihren feinen Crossover-Nummern, an denen es natürlich auch an diesem Abend nicht mangeln sollte.
Mit „Blacksoul“ wurde losgelegt, „Butterfly“ folgte, und spätestens ab „Dancer In The Sun“ bebte die ((SZENE)). Das Tanzbein wurde gekonnt geschwungen, und die Stimmung war wirklich großartig. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich KONTRUST das letzte Mal vor ca. zwölf Jahren – noch in anderer Besetzung – gesehen hatte. Umso mehr freute ich mich darüber, dass die Band sich sichtlich treu geblieben ist und noch immer mit einer gewaltigen Ladung Humor ihre Tracks zelebriert.
Ein spezielles Schmankerl lieferte die Band mit ihrer neuen Nummer „I Like to Move It“. Sänger Stefan erklärte kurz, dass die Bandmitglieder bezüglich eines Covers länger diskutiert hätten und nun der gemeinsame Nenner folgen würde. Die Uraufführung klang nicht nur gut, sondern motivierte das Publikum sichtlich. Kurz gesagt: Es wurde genügend „gemoved“!
Die insgesamt drei Jubiläen wurden wirklich würdig zelebriert, und die musikalische Mischung kam beim Publikum sehr gut an. Auch ich war sehr zufrieden und hatte noch am Heimweg ein großes Grinsen im Gesicht. Somit wünsche ich DYSTRUST noch einmal alles erdenklich Gute zum 20., KONTRUST zum 25. und natürlich auch Meister Jacky zum anstehenden Geburtstag!
Abschließend kann ich mich nur bei den Bands für die genialen Darbietungen, bei den Organisatoren für die feine Arbeit und bei all den Anwesenden, welche mächtig gefeiert haben, bedanken!
Falls ihr noch einmal nachlesen wollt, findet ihr hier unser Interview mit DYSTRUST
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