2026-01-15 13:03:00
Ob im Ars Electronica Center und beim Ars Electronica Festival in Linz oder in den Ausstellungen von Ars Electronica Solutions und Ars Electronica Export in Europa und Asien – die Publikumsangebote von Ars Electronica wurden auch 2025 wieder stark nachgefragt. Hohe Einreichzahlen beim Prix Ars Electronica und weiteren Open Calls unterstreichen das Renommee der Linzer Institution in der internationalen Medienkunstszene. Auch das Projektgeschäft entwickelte sich äußerst erfolgreich: Ars Electronica Solutions stellte weitere Deep-Space-Projekte für internationale Kund*innen fertig, das Ars Electronica Futurelab realisierte im Auftrag von Johann Strauss 2025 Wien ein aufsehenerregendes KI-Forschungsprojekt und setzte langfristige Kooperationen mit japanischen Auftraggeber*innen fort.
„2025 war ein sehr erfolgreiches Jahr für Ars Electronica“, so der künstlerische Geschäftsführer Gerfried Stocker und der kaufmännische Geschäftsführer Markus Jandl. „Wir konnten unsere Relevanz innerhalb der Medienkunstszene ebenso wie unsere Attraktivität für Kund*innen aus Wirtschaft und Industrie weiter steigern. Besonders erfreulich war die Resonanz beim breiten Publikum: Allein die von Ars Electronica Solutions gestaltete Auftragsarbeit im Gasometer Oberhausen verzeichnete mehr als 1,5 Millionen Besucher*innen.“
„Das seit Jahren hohe Publikumsaufkommen im Ars Electronica Center und beim Ars Electronica Festival – das mit 122.000 Besuchen im Vorjahr einen neuen Rekord erreichte – zeigt, wie stark Ars Electronica in Linz und der Region verankert, aber auch international etabliert ist. Dank der treffenden Themensetzung sowie der Expertise und Offenheit, mit der diese Themen bearbeitet werden, setzt Ars Electronica entscheidende Impulse für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung unserer Stadt.“
Das Ars Electronica Center verzeichnet anhaltend hohen Zuspruch. Mit rund 160.000 Besucher*innen zählt das Jahr 2025 zu den fünf bestbesuchten Jahren seit 2010. Erfreulich ist die Anzahl von Schüler*innen, die das Museum im Klassenverband besuchen: 2025 waren das 36.414 Kinder und Jugendliche.
Ein voller Erfolg im Jahr 2025 war die mittlerweile 13. Ausgabe der Ausstellungsreihe TIME OUT. Zwölf Arbeiten von Studierenden der Abteilung „Zeitbasierte und Interaktive Medienkunst“ der Kunstuniversität Linz waren im gesamten Haus zu erleben – vom Foyer über den Deep Space bis hin zur Main Gallery. Auch Abendevents waren im Ars Electronica Center gut besucht, allen voran die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag mit Performances, Kunstinstallationen und DJ Sounds von aufstrebenden Künstlerinnen, die mit ihren Beiträgen ein starkes Zeichen für Gleichberechtigung und Frauenrechte setzten. Im Deep Space 8K sorgte das neue Programm Cultural Astronomy im Jahr 2025 für eindrucksvolle 3D-Erlebnisse. Entwickelt von Ars Electronica gemeinsam mit Dan Tell (USA) und Rita Gautschy (AT/CH), feierte es seine Premiere beim Ars Electronica Festival.
Im Auftrag der Kaiserschildstiftung tourte der mobile MINT-Erfahrungsraum missimo weiter durch Österreich. Im vergangenen Schuljahr (2024/2025) hat der umgebaute Truck so insgesamt 89 Volksschulen besucht, das sind 228 Schulklassen und 3.710 Schulkinder. Missimo war 155 Tage im Einsatz und machte Station in Oberösterreich, der Steiermark, Kärnten, Niederösterreich und dem Burgenland.
ESERO Austria – das „European Space Education Office“ mit Sitz im Ars Electronica Center – lud 2025 wieder Schüler*innen ab der Volksschule ein, den Weltraum und wissenschaftliche Erdbeobachtung spielerisch zu entdecken. Über das Jahr verteilt nahmen österreichweit 2.442 Schüler*innen an ESERO-Projekten und -Challenges in den eigenen Klassenzimmern oder im Ars Electronica Center teil, 387 Lehrer*innen belegten ESERO-Fortbildungen. Ein besonderer Erfolg gelang ESERO gemeinsam mit Ars Electronica Solutions in Wien: Auf der größten Erdbeobachtungskonferenz der ESA, dem Living Planet Symposium, wurde im Juni 2025 ein Bildungsprogramm umgesetzt, das in nur drei Tagen 2.500 Schüler*innen erreichte.
Gute Entwicklungen gab es auch im Bereich Nachhaltigkeit: Mit gezielten Investitionen und Instandhaltungsmaßnahmen wurde der Energieverbrauch im Ars Electronica Center um weitere 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitrum 2024 gesenkt.
Das Ars Electronica Festival fand von 3.-7. September 2025 unter dem Titel „PANIC – yes/no” in Linz statt und feierte einen neuen Rekord mit über 122.000 Besuchen. Fünf Tage lang widmeten sich Ausstellungen, Events, Konzerte und Konferenzen der Ungewissheit im Schatten zahlreicher Krisen und zeigten, welche Rolle die Kunst in diesem Spannungsfeld spielt. Neben zahlreichen renommierten Kunst- und Kulturinstitutionen waren auch 37 Universitäten aus aller Welt zu Gast in Linz – darunter die Stanford University, die Hong Kong University of Science & Technology und die ShanghaiTech University.
Die Hauptlocation und zentraler Anlaufpunkt war zum insgesamt achten und letzten Mal die POSTCITY. Die Festivalmeile erstreckte sich über 18 weitere Schauplätze in der Linzer Innenstadt. 1.472 Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen aus 83 Ländern trugen zum Programm bei. Insgesamt wurden 379 Exponate präsentiert und 684 einzelne Programmangebote umgesetzt – möglich gemacht von 51 Ko-Kurator*innen, 398 Mitarbeiter*innen und 440 Kooperationspartner*innen.
1987 ins Leben gerufen, gilt der Prix Ars Electronica heute weltweit als der renommierteste Wettbewerb für Medienkunst. Im Jahr 2025 verzeichnete der Wettbewerb in vier Kategorien 3.987 Einreichungen aus 98 Ländern, die meisten aus China, den USA und Deutschland. Die Kategorie New Animation Art ist dabei hervorzuheben: Sie ist die einzige Kategorie, die seit 1987 jährlich ausgeschrieben wurde und erreichte 2025 mit 1.430 Einreichungen die höchste Anzahl an Einreichungen in den letzten 38 Jahren.
Ars Electronica Export setzte im Auftrag internationaler Kund*innen im Vorjahr fünf Ausstellungen sowie 31 Events, Vorträge, Workshops und Performances in insgesamt 33 Ländern um, an denen 90 Künstler*innen, Forscher*innen und Aktivist*innen mitwirkten.
Highlights waren die mit dem Hong Kong Design Institute realisierte Ausstellung „Pluriversal Futures“ rund um Zukunftsmodelle abseits westlicher Paradigmen sowie die in Istanbul im Zorlu Performing Arts Center präsentierte Medienkunst-Ausstellung. Projekte des österreichischen Künstler*innenkollektivs Total Refusal (AT) zeigte man in einer Ausstellung in der Galerie17 in Pristina, der künstlerische Austausch zwischen Südkorea und Österreich wurde im Rahmen des „Gwangyang–Linz 2025 Media Arts Exchange Grant“ forciert, das „Animation Festival on Tour“ brachte Gewinner*innenprojekte des Prix Ars Electronica unter anderen nach Südkorea, Spanien, Deutschland, Mexiko, Ägypten und Kanada. Weiters förderte die ArtScience Workshop Series an der ShanghaiTech University interdisziplinäre Experimente zwischen Kunst und Technologie.
Das Ars Electronica Futurelab als künstlerisches Forschungs- und Entwicklungslabor arbeitete 2025 mit und im Auftrag von internationalen Organisationen und Unternehmen an über 60 Projekten.
Im Auftrag von Johann Strauss 2025 Wien setzte das Futurelab das Projekt Walzersymphonie um und beschäftigte sich mit dem kreativen und explorativen Potenzial von KI im Kontext klassischer Musik. Die Hommage an Johann Strauss Sohn wurde von Studierenden renommierter Musikhochschulen in Kollaboration mit der Kompositions-KI Ricercar des Futurelab erarbeitet. Uraufgeführt wurde das Orchesterstück im November 2025 vom Bruckner Orchester Linz im Wiener Musikverein.
Innovative Anwendungen rund um KI und XR begleiteten das Futurelab durch das gesamte Jahr. Gemeinsam mit Dai Nippon Printing wurde das kreative Tool Nexus Print entwickelt, das Nutzer*innen aller Altersgruppen einlädt, per 3D-Brille in virtuelle Räume einzutauchen, die sie mithilfe von KI allein mit Gesten frei gestalten können. Mit Godot wurde in Alter.Ego untersucht, wie KI-Persönlichkeiten Gefühle und Verhalten von Nutzer*innen prägen.
2025 wurde außerdem das EU-Projekt SHARESPACE abgeschlossen, das sich damit beschäftigte, wie Menschen in naher Zukunft digitale Avatare nutzen können. Das Futurelab und ein Künstlerduo aus Irland entwickelten dazu interaktive Arbeiten im Deep Space 8K, die Kunst, kulturelles Erbe, neueste Technologie und spielerische Elemente verbinden.
Ars Electronica Japan
Ars Electronica Japan ist eine am Ars Electronica Futurelab angesiedelte Sonderinitiative des Ars-Electronica-Ökosystems, die Japan und Linz miteinander verbindet. Sie umfasst Kunstfestivals, Ausstellungen, Vorträge, Workshops und Projekte, die japanische Bürger*innen mit lokalen Behörden, Kunst, Technologie, Wissenschaft und Natur verbinden. Dazu zählen das „Matsudo International Science and Art Festival“, das Stadtentwicklungsprogramm „Civic Creative Base Tokyo“ (CCBT), das Innovationszentrum „Knowledge Capital“ in Osaka und die langjährige Zusammenarbeit mit Hakuhodo, einem der größten Kommunikationsdesignunternehmen Japans.
Im Mai 2025 wurde Ars Electronica die besondere Ehre zuteil, die Eröffnung des offiziellen EU-Tags auf der Weltausstellung 2025 in Osaka künstlerisch zu begleiten. Maki Namekawa (AT/JP), Dennis Russell Davies (AT/US) und Cori O’Lan (AT) setzten mit Pianographique ein Zeichen für den langen kulturellen Austausch zwischen der Europäischen Union und Japan.
2025 arbeitete Ars Electronica Solutions an insgesamt 63 Kundenprojekten. 39 dieser Aufträge wurden außerhalb Österreichs realisiert.
Die Ausstellung „Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen, dessen Highlight Die Welle von Ars Electronica Solutions ist, erreichte Ende 2025 die Rekordmarke von 1,5 Millionen Besucher*innen. Gleichzeit wurde das Samurai Museum Berlin, dessen Ausstellungen ebenfalls von Ars Electronica Solutions umgesetzt wurden, für den European Museum of the Year Award (EMYA) 2026 nominiert.
Das Team arbeitete auch 2025 wieder verstärkt mit Museen zusammen und setze vielfältige interaktive Ausstellungen um. Mit dem Labour Lab im Museum Arbeitswelt in Steyr wurde ein Bildungs- und Erlebnisraum eröffnet, der Jugendliche für die Mitgestaltung der Arbeitswelt begeistern soll. In der Pinakothek der Moderne in München begeisterte die Klanginstallation Begegnungsmusik. Im Museum der Moderne in Salzburg loten Besucher*innen seit dem Vorjahr mit dem ART-O-MAT das gestalterische Potenzial von KI aus. Zudem eröffnete Ars Electronica Solutions 2025 einen Deep Space im Center of Digital Experiences in Veszprém/Ungarn sowie in einem entstehenden Creative Hub in Pristina/Kosovo. Damit wurden seit 2018 bereits sieben Deep-Space-Projekte außerhalb von Linz realisiert.
Nicht nur Kulturbetriebe setzten auf Ausstellungskonzepte von Ars Electronica Solutions: Anlässlich der Neueröffnung des Headquarters der Kärntner Sparkasse wurde das Linzer Team mit der Umsetzung von sechs Installationen beauftragt, die Geschichte und Werte der Bank vermitteln. Außerdem realisierte Ars Electronica Solutions erneut Aufträge der ESA. Dazu zählten mitunter das Gesamtkonzept des „Space Pavilion“ für die ESA Airshow 2025 in Paris sowie die Ausstellung „Earth from Space“ im Planetarium Prag.
2025 führte Ars Electronica zahlreiche europäischen Kooperationen unter der Dachmarke „Ars Electronica Platform Europe“ fort. Das Ziel ist es, neue Narrative über die Technosphäre, die Umweltkrise und soziopolitische Entwicklungen zu entwerfen und interdisziplinäre Ansätze zu fördern, die Kunst und Gesellschaft in einen Dialog bringen. Dem widmet sich Ars Electronica gemeinsam mit über 120 Partnereinrichtungen in ganz Europa im Zuge von aktuell 16 EU-geförderten Projekten – finanziert werden sie vor allem durch Creative Europe und die Forschungsförderungsschiene Horizon Europe.
Ars Electronica koordiniert die Projekte S+T+ARTS Ec(h)o – in dessen Rahmen 2025 der S+T+ARTS Prize (40.000 Euro) zum zehnten Mal vergeben wurde – sowie European Digital Deal. Im Vorjahr vergab Ars Electronica außerdem zum dritten Mal den European Union Prize for Citizen Science (100.000 Euro) im Rahmen des EU-geförderten Projekts IMPETUS. Im Zuge des Projekts STARTS Afropean Intelligence konnte der S+T+ARTS Prize Africa (30.000 Euro) ein zweites Mal in Folge vergeben werden.
Auch 2026 werden die EU-geförderten Projekte die Aktivitäten von Ars Electronica und insbesondere das Ars Electronica Festival prägen. Neben Werken, die bei Künstler*innen-Residencies in Projekten wie Studiotopia und STARTS Aqua Motion entwickelt werden, darf man sich speziell auf Ergebnisse der European Media Art Platform EMAP freuen.
Ausblick auf 2026
Das Ars Electronica Festival 2026 findet von 9.-13. September in Linz statt und entfaltet sich entlang einer markanten Festivalroute in der Innenstadt. Gemeinsam mit lokalen Partner*innen und Locations wird ein dichtes Programm erarbeitet, das das Festival einmal mehr zu einem Höhepunkt der heimischen und internationalen Kulturszene machen wird. Ausstellungen, Panels, Talks und Konferenzen sorgen für ein abwechslungsreiches Festivalerlebnis.
Anlässlich seines 30-jährigen Jubiläums richtet das Ars Electronica Center 2026 den Blick zurück und zugleich nach vorn. Unter dem Jahresschwerpunkt „Und die Zukunft beginnt“ werden technologische Meilensteine, wissenschaftliche Durchbrüche und visionäre künstlerische Prototypen der vergangenen Jahrzehnte zu Ausgangspunkten für eine Auseinandersetzung mit dem Status quo und möglichen Zukunftsszenarien.
Ars Electronica Solutions arbeitet derzeit in Oberhausen an einem weiteren Großprojekt. Nach dem Publikumserfolg von Die Welle erhielt das Team den Zuschlag, auch das Herzstück der nächsten Ausstellung im Gasometer Oberhausen zu gestalten. Mit Der Baum entsteht eine rund 40 Meter hohe, abstrakte Installation, die einem Baum samt Wurzelwerk nachempfunden ist und durch ihr außergewöhnliches Design beeindruckt. Die Eröffnung findet im März 2026 statt. Darüber hinaus wird Ars Electronica Solutions im Laufe des Jahres Deep Spaces in Oulu (Finnland) und Boston (USA) fertigstellen. Die langjährige Kooperation mit der ESA wird fortgesetzt und weiter vertieft.
Das Ars Electronica Futurelab führt im neuen Jahr die erfolgreiche Zusammenarbeit mit japanischen Partner*innen wie Toyota Conic Alpha und WACOM fort. Gemeinsam mit der Universität Mozarteum in Salzburg entwickelt das Futurelab das neuartige immersive X-Reality-Lab sowie die dafür nötige Software mozXR. Außerdem wird ein Großprojekt für ein renommiertes deutsches Softwareunternehmen realisiert.








