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One in Nine Germans Starts the Year in Debt

One in Nine Germans Starts the Year in Debt

2026-01-23 09:03:00

Immer mehr Menschen in Deutschland beginnen 2026 mit einem überzogenen Girokonto. Eine Smava-Umfrage zeigt, wer besonders betroffen ist – und warum.

Mit roten Zahlen auf dem Konto ins neue Jahr zu starten, ist für viele Menschen in Deutschland längst keine Ausnahme mehr. Eine repräsentative Umfrage des Finanzvergleichsportals Smava zeigt, dass 10,9 Prozent der Erwachsenen Anfang 2026 ihr Girokonto überzogen haben – das entspricht etwa jeder neunten Person. Rund ein Drittel von ihnen steht sogar mit mehr als 2000 Euro in der Kreide.

Lebenshaltungskosten treiben viele Haushalte ins Minus

Der Hauptgrund liegt im Alltag selbst. Steigende Mieten und höhere Preise für Lebensmittel bringen viele Haushalte an ihre finanziellen Grenzen – 27,7 Prozent nennen die Lebenshaltungskosten als Hauptgrund für das überzogene Konto. Hinzu kommen Ausgaben, die zwar planbar sind, aber dennoch belasten, etwa jährlich fällige Versicherungsbeiträge (13,5 Prozent). Auch unerwartete Kosten, zum Beispiel für notwendige Reparaturen, treiben 11,2 Prozent der Befragten ins Minus.

Lebenshaltungskosten sind der häufigste Grund für eine Kontoüberziehung

Gründe für eine Kontoüberziehung. Smava

Dispo kann teuer werden – Ratenkredit als Alternative

Wer in dieser Situation auf den Dispokredit zurückgreift, zahlt dafür einen hohen Preis. Laut Smava liegen die Zinsen bundesweit im Durchschnitt bei 11,30 Prozent – ein teurer Puffer, der die finanzielle Lage vieler Betroffener zusätzlich verschärft.

Alexander Artopé, CEO des Finanzvergleichsportals Smava, empfiehlt: „Der Dispo ist dafür da, kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Er ist keine längerfristige Lösung. Je kürzer die Überziehung, desto geringer sind die Kosten. Für Menschen, die das Konto nach kurzer Zeit wieder ausgleichen können, bedeuten Dispozinsen unnötige Kosten. Es ist aber kein größeres Problem.“

Wer mehrere Monate brauchen wird, um das Konto auszugleichen, kann durch eine Umschuldung auf einen Ratenkredit Zinsen sparen. Ratenkredite sind im Schnitt rund 25 Prozent günstiger als ein Dispo und bieten zudem einen geregelten Schuldenabbau. Für alle, die über lange Zeit, vielleicht sogar dauerhaft im Kontominus sind, kann eine Umschuldung auch sinnvoll sein. Sie reicht aber unter Umständen nicht aus, weil offensichtlich dauerhaft mehr Geld ausgegeben als eingenommen wird. Betroffene sollten das entweder allein oder mit Hilfe einer Schuldnerberatung ändern. Artopé: „Auch wenn der Dispo leicht verfügbar ist, geht es um ernstzunehmende Schulden, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.“

Regionale Unterschiede bei Kontoüberziehungen

Ein Blick auf die Bundesländer zeigt deutliche regionale Unterschiede. In Schleswig-Holstein ist der Anteil der Erwachsenen mit überzogenem Girokonto derzeit am höchsten: 13,6 Prozent starten dort mit einem negativen Kontostand ins Jahr. Am seltensten rutschen Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern ins Minus, wo lediglich sieben Prozent betroffen sind.

Unabhängig vom Wohnort gilt jedoch: Die Lebenshaltungskosten sind bundesweit der wichtigste Auslöser für Kontoüberziehungen. Wie stark dieser Faktor ins Gewicht fällt, variiert allerdings erheblich. Während in Schleswig-Holstein nur 17,7 Prozent der Betroffenen ihr Minus auf laufende Kosten zurückführen, liegt dieser Anteil im Saarland mit 43,4 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Kontoüberziehungen in den einzelnen Bundesländern

Kontoüberziehungen nach Bundesländern

Kontoüberziehungen nach Bundesländern. Smava

Frauen und Männer überziehen gleich häufig – aber aus anderen Gründen

Obwohl Frauen (10,9 Prozent) und Männer (10,7 Prozent) ihr Konto nahezu gleich häufig überziehen, unterscheiden sich die Gründe dafür zwischen den Geschlechtern. Frauen geben deutlich häufiger an, dass laufende Lebenshaltungskosten wie Miete, Lebensmittel oder Mobilität der Grund für das überzogene Konto sind. 33,2 Prozent nennen diesen Faktor, bei den Männern sind es 23,5 Prozent. Auch Ausgaben für Geschenke sowie Kosten rund um Weihnachten und Silvester führen bei Frauen häufiger zu einem negativen Kontostand (10,4 Prozent gegenüber 5,3 Prozent bei Männern).

Männer hingegen rutschen öfter wegen größerer, regelmäßig wiederkehrender Abbuchungen ins Minus. So nennen 16,2 Prozent von ihnen jährliche Zahlungen wie Versicherungsbeiträge als Ursache, bei den Frauen sind es lediglich 10,0 Prozent. Auffällig ist zudem, dass deutlich mehr Männer keinen konkreten Grund für ihre Kontoüberziehung benennen können. Mit 13,4 Prozent ist dieser Anteil mehr als doppelt so hoch wie bei Frauen mit 6,3 Prozent.

Gründe für die Kontoüberziehung von Frauen und Männern

Kontoüberziehungen Männer vs Frauen

Unterschiedliche Gründe für die Kontoüberziehung zwischen Frauen und Männern. Smava

Familien besonders häufig im Minus – Weihnachtskosten wirken bis ins neue Jahr

Haushalte mit Kindern starten deutlich häufiger mit roten Zahlen ins neue Jahr als kinderlose Haushalte. Während im Januar 12,9 Prozent der Familien ein überzogenes Konto aufweisen, sind es bei Haushalten ohne Kinder lediglich 10,0 Prozent. Zudem fällt das Minus bei Familien oft höher aus. So liegt der Anteil der Konten mit einem Fehlbetrag von mehr als 2.000 Euro bei Haushalten mit Kindern bei 5,7 Prozent und damit deutlich über dem Wert kinderloser Haushalte (3,2 Prozent).

Haushalte mit Kindern sind häufiger und stärker im Minus

Haushalte mit Kindern sind häufiger und stärker im Minus

Kontoüberziehungen fallen bei Familien häufiger und höher aus. Smava

Als Hauptursachen nennen Familien neben den laufenden Lebenshaltungskosten (22,6 Prozent) vor allem größere, regelmäßig anfallende Abbuchungen, wie Versicherungsbeiträge (20,0 Prozent). Besonders auffällig ist jedoch der Einfluss der Feiertage: Haushalte mit Kindern überziehen ihr Konto zum Jahresanfang fast dreimal so häufig, wegen Geschenken sowie Ausgaben rund um Weihnachten und Silvester. Mit 15,9 Prozent liegt dieser Anteil deutlich über dem der Haushalte ohne Kinder, bei denen lediglich 5,4 Prozent diese Kosten als Grund angeben.

Haushalte mit Kindern fast dreimal so häufig wegen Weihnachten im Kontominus

Haushalte mit Kindern fast dreimal so häufig wegen Weihnachten im Kontominus

Weihnachtsausgaben treiben Familien fast dreimal häufiger ins Kontominus als Haushalte ohne Kinder. Smava

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