WMF & SEB: 2100 Job Cuts & Factory Closures in Germany

2026-02-26 21:18:00

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Écully/Geislingen – Fast kein Haushalt in Deutschland kommt ohne Geräte von WMF, Tefal, Rowenta oder Krups aus. Die Hersteller sind bekannt für Smoothie-Maker, Kaffeemaschinen, Heißluftfritteusen oder Wasserkocher, hochwertige Pfannen und Töpfe. Jetzt ist der Mutterkonzern in wirtschaftliche Turbulenzen geraten und muss Stellen streichen. Bis zu 2100 Arbeitsplätze sollen wegfallen.

Der Haushaltsgeräteriese SEB hat seinen Sitz in Écully nahe Lyon (Frankreich). Von dort aus werden auch die Geschäfte der deutschen Top-Marken gelenkt. Jetzt hat das Unternehmen seinen Job-Kahlschlag angekündigt. Grund ist demnach, dass Kosten gespart werden sollen, um wieder profitabel wachsen zu können. Steigender Wettbewerbsdruck käme insbesondere aus Asien, heißt es.

Drei deutsche Werke vor dem Aus

Durch die Stellenstreichung will SEB bis Ende 2027 rund 200 Millionen Euro einsparen. Besonders bitter: Die Werke in Riedlingen und Hayingen (beide Baden-Württemberg) sowie in Diez (Rheinland-Pfalz) sollen aufgegeben werden. Sie alle sind Teil der WMF-Gruppe, die erst seit zehn Jahren Tochter von SEB ist. Außerdem sollen Verwaltung, Vertrieb, Marketing und einige Läden von den Sparmaßnahmen betroffen sein.

In Hayingen betreibt WMF eine der größten Klingenschmieden Deutschlands, fertigt dort unter anderem Küchenmesser

Foto: picture alliance/dpa

Die Folgen für den WMF-Hauptsitz in Geislingen blieben zunächst unklar. Dem Lokalsender „Filstalwelle“ gegenüber bestätigte der Betriebsrat, dass die Kaffeemaschinen-Produktion vom Sparprogramm ausgenommen sei. Jedoch soll für die Mitarbeiter in Geislingen bereits seit zwei Wochen Kurzarbeit gelten.

Wo Kündigungen drohen

Von den 4400 Jobs in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden der Ankündigung nach bis zu 600 abgebaut. Weitere 800 Stellen an anderen europäischen Standorten. Am Mittwoch wurden in Deutschland erste Gespräche mit Arbeitnehmervertretern aufgenommen, heißt es von SEB.

Der Konzern mit weltweit 32.000 Mitarbeitern hatte 2025 zweimal seine Ziele korrigieren müssen. Letztlich schrumpfte der Gewinn vor Zinsen und Steuern um 25 Prozent auf 601 Millionen Euro. Nach Bekanntwerden der Kürzungspläne schoss die SEB-Aktie am Mittwoch um elf Prozent nach oben.

WMF mit mehr als 170 Jahren Tradition

Erst 2023 feierte WMF sein 170-jähriges Bestehen. 1853 gründete der Mühlenbesitzer Daniel Straub zusammen mit den Brüdern Schweizer in Geislingen eine Metallwarenfabrik, die sich mit einem zweiten Unternehmen zu WMF (Württembergische Metallwarenfabrik) zusammenschloss. Zur anfangs reinen Metallverarbeitung kam die Herstellung von Profi-Kaffeemaschinen und Hotelausstattung. Nach Firmenangaben verwenden jeden Tag mehr als 100 Millionen Menschen weltweit ihre hochwertigen Produkte.

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